95 – Der Großschriftsteller, Rückansicht (428-432)

von Bert

Diotima enttäuscht, dass sich mit der Zeit alle Gäste wie Menschen benehmen – Arnheim als Großschriftsteller und nicht als Geistesfürst – besondere Form der Verbindung des Geistes mit großen Dingen – über die Wesenheit eines Großschriftstellers

Der Großschriftsteller ist der Nachfolger des Geistesfürsten und entspricht in der geistigen Welt dem Ersatz der Fürsten durch die reichen Leute, der sich in der politischen Welt vollzogen hat. (429)

Eigentlich ein bitterböser Text. Denn die feinere Definition im Laufe des Textes ist einfach die, dass ein Großschriftsteller nicht einmal Gutes schreiben muss, es reicht, wenn er überall mitmischen kann, bei jeder Ehrung dabei ist, jedes Vorwort schreibt, alle Aufrufe unterzeichnet, also einer, der elende präsent ist und alle oder viele, zumindest jedenfalls die Medien, meinen, dass er unbedingt gehört / gelesen werden muss. Er wird von Musil mit „kleinen Eselchen und Schweinchen aus Gummi“ verglichen, „die hinten ein Loch haben, wo man sie aufbläst“.