Ein Manko ist immer

von Bert

Eines lässt sich bei so einem FKK-Urlaub nicht leugnen: Ein ästhetischer Genuss ist das definitiv nicht! Was man da an Fettschürzen, angefressenen Wohlstandswampen, hängenden Brüsten, verschumpelte Hodensäcken und sonstige Fleischuntergangsszenarien zu sehen bekommt, ist schon heftig. Liegt leider auch daran, dass FKK anscheinend nur noch was für eine Generation 60+ ist, denn jüngere Leute, mal abgesehen bis auf eine handvoll Familien, gab es nicht.

Aber mal von diesem ästhetischen Supergau abgesehen ist FKK-Urlaub einfach nur geil.  Jetzt echt nicht im sexuellen Sinne, sondern in Bezug auf Körperlichkeit und das Empfinden an sich. 23 Grad Celsius am Morgen fühlen sich komplett anders an, als die gleiche Tempertaur zehn oder zwölf Stunden später. Das hat was mit der eigenen Empfindlichkeit zu tun, aber auch mit Luftfeuchtigkeit und anderen Parametern, die man angezogen in der Bandbreite gar nicht fühlen kann.

Es ist zudem richtig irre, wie schnell sich der Körper an die Klamottenfreiheit gewöhnt. Je länger ich nackt war, desto kühler musste die Dusche Tag für Tag gestellt werden. Der Tümpel, der anfangs noch richtig kalt war, empfand ich am Ende zwar nicht als pisswarm, aber erfrischend war er auch nicht mehr. (OK, er dürfte etwas zugelegt haben, dennoch). Nach dem Duschen habe ich es mir dann gegönnt, mich erst gar nicht abzutrocknen, sondern das von der Tür von der Luft, dem Wind erledigen zu lassen. Das ist schon irre, wie es für einem Moment einem echt kalt wird – und hat man das gedacht, ist auch schon alles vorbei und ich war trocken.

Ich vermute mal, Körper und Haut bekommt es einfach besser, wenn es nicht dauernd mit irgendwelchen Hitzestaus umgehen muss, die sich unweigerlich unter den Klamotten bilden. Gerade waren wir einkaufen. Draußen sind es 19 Grad, bedeckter Himmel. Die meisten hatten lange Hosen und langärmliges Oberteile an. Ich hatte eine Short und ein T-Shirt an – und das fand ich schon unerträglich warm darunter.

Wie auch immer: Ich hab’s echt genossen.