Durch die Zeit

Monat: August, 2019

Berg & #489 & Hirsch

Da ich dieses Jahr – warum eigentlich? – kaum wandern war, habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und bin zu meinem Lieblingsberg gewandert. Sehr gemächliches Tempo und eher nur so grob orientiert, wie ich laufen wollte. Führte natürlich dazu, dass ich etwas von der Richtung abgekommen bin und einige Kilometer zusätzlich unter den Sohlen hatte – aber da Sonne und genügend Brote und Tee dabei …

Unterwegs war so gut wie niemand, drei Wanderer habe ich auf knapp 20 km gezählt, und selbst am und auf dem Berg dann weite Ruhe, stilles Nichts, viel Sonne, viel Wind und viel, viel blauer Himmel.

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Auf einen der Felsen hochgekletter und erstmal die restlichen Brote gefuttert, bevor ich mir ein fast hüllenloses ‚Sonnenbad‘ (den Begriff habe ich übrigens von Franz Kafka) gönnte (aus Faulheit habe ich die fetten Wanderschuhe angelassen, da ist immer so schwer reinzukommen).

Der Kaffee in einer Art Berghütte wurde mir dann furchbar vor drei Prolls vergrault, die wirklich nur Bullshit von sich gaben und dabei meinten, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Sie haben Bierpreise auf dem Ballermann verglichen und sind zu dem Schluss gekommen, dass, wenn das Bier teurer ist, man auch besser feiern kann.

Ich bin dann einfach T. auf der Straße entgegengelaufen, der so nett war, mich mit dem Auto dort abzuholen (ja, man kann es sich auch einfach machen und da hin fahren!), weil er mich eh treffen wollte. Zuhause dann auf dem Balkon ist er dann mit seinem Thema rausgerückt, weswegen er mich vor zwei Wochen hat ’sitzen lassen‘.

Es ist echt meiner Tätigkeit in Verein 1 und der Lebenserfahrung geschuldet, dass zumindest mir recht schnell klar war, warum und wie der Schuh ihn drückt bzw. warum die Situation ihn so gekränkt hat. Aber da T. echt nicht auf den Kopf gefallen ist, ist er dann mit meinen Fragen schon selber darauf gekommen, was eine Verschiebung im bestehenden System alles auslösen kann. Die Umarmung zum Abschied war mehr als herzlich.

Jungs in seinem Alter haben ja immer Hunger (selbst ich soll es damals gehabt haben – für eine kurze Zeit) und da eine leise keimende Leidenschaft fürs Kochen bei ihm hochwächst, durfte er dann gleich noch seinen ersten (fast flambierten) Hirsch (aus der Keule) braten und die Beilagen machen (Röstkartoffeln, Mischgemüse (frisch), Pilze). Ich mag sein Gesicht, wenn er dann isst und Erstaunen sich abzeichnet , dass er das ja gekocht hat.

106 – Glaubt der moderne Mensch an Gott oder an den Chef der Weltfirma? Arnheims Unentschlossenheit (505-511)

Arnheim allein – denkt über das Wesen der Seele nach – sein Bedürfnis nach Eindeutigkeit – überzeugt, dass man auf Geld nicht verzichten kann – auf Vernunft und Moral könnte man dagegen „kühn“ verzichten

Denn Moral ersetzt die Seele durch Logik. (506)

Spannendes Kapitel, denn Arnheim streitet mit sich, was denn Überhand haben sollte: (kaufmännische) Vernunft oder Seele? Aber er kommt zu keiner wirklichen Antwort, denn weder Vernunft noch Seele sind auf Dauer und allgemeingültig sicher belastbar, da beides von vielen weiteren Faktoren abhängig ist. Wie also mit Diotima, um die es letztendlich geht, umgehen? Was ist das Richtige?

GT (24)

Letzte Woche haben wir für die Einstiegsgrunde knapp 90 Minuten gebraucht, heute dafür sind wir rekordverdächtig unterwegs und knacken die 25-Minuten-Marke. Die Wahl erfolgt arg schleppen und sehr uninteressiert – jedenfalls ich bin es.

Dann darf A. aufstellen, ich bekomme die Rolle eines Bildchirms (ok, schon etwas inhaltlich aufgeladen), und die Sache dümpelt so vor sich hin. Da nicht mein Thema, bin ich im Grunde arg gelangweilt, grinse mir aber einen ab, weil L. die „Sünde“ geben darf – im Grunde eine grandiose Fehlbesetzung und dann doch wieder nicht.

Noch fünf Stunden habe ich von der Krankenkasse und es gilt zu überlegen, weitermachen oder nicht.

Heute keinen Wein, heute Blumen.

Wohl an denn …

Im Vorfeld habe ich mir nicht überlegt oder ausgemalt, was mich heute an meinem letzten Arbeitstag in Job 1 erwarten könnte. Dass die Verabschiedung von den ‚KollegInnen‘ aber doch so schmal ausfiel, als würde ich mir ein, zwei Tage frei nehmen, hat mir dann doch etwas die Stimmung gedrückt. Über ein „Bis dann!“ ist niemand hinaus gekommen.

Hesse ist an dieser Stelle natürlich gefragt. Wer kennt es nicht, das Gedicht Stufen, in dem es um Abschied geht. Es wird ja immer gerne zitiert, wobei ich mich ja immer frage, ob jede/r dann die letzte Zeile so richtig bedacht hat, denn da heißt es ja: … Herz, nimm Abschied und gesunde. Das heißt, vorher muss es ja irgendwie krank gewesen sein.

105 – Hohe Liebende haben nichts zu lachen (501-505)

Arnheim träumt von Diotima – hat ihr einen Eintrag gemacht, um einem Ehebruch vorzubeugen – reden nur indirekt über Ehebruch, Scheidung etc. – sie zieht aber das Schweigen der Diskussion dieser Dinge vor

Es ist ja wahrscheinlich eine Eigenschaft der Liebe wie aller erhöhten Zustände ein leichter Beziehungswahn; überall, wohin Worte fielen, leuchtete ein vielbedeutender Sinn auf, trat wie ein verschleierter Gott hervor und löste ich in Schweigen auf. (504)

Wenn Liebende reden halt … Unerträglich, wenn man zuhören muss, süße Seeligkeit, wenn man es selber tut.

So gut wie perfekt

Aufstehen nach fast ausreichendem und guten Schlaf – Frühstück auf dem Balkon mit Krimilektüre – Spaziergang (ich) / Wanderung (mein Mann) (objektiv waren es 9,7 km) durch den Wald bei angenehmen Temperaturen – Kaffee mit elsässischer Marillentarte – komatöser Nachmittagsschlaf – Lektüren (3. Reich, Krimi, Musil) – Aperitif

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Hähnchen mit Bohnen und Kartoffeln (griechischer Art, also Psito (wer’s kennt) – Wein – bald Tatort – dann Bett – dann letzte beide Arbeitstage in Job eins und zwei, da ab Mittwoch einfach Urlaub.

Lesen – # 487

Nach notwendigem Mittagsschlaf mit dem 3. Band einer Geschichte zum 3. Reich auf dem Balkon. Komplett übermüdet, wie ich trotz Mittagsschlaf war, und daher auch fröstelnd, ergab ich mich dann doch klamottemmäßig der Sonne. Dann kam mein Mann mit einem großen Tüte Ebereschenbeeren (=Vogelbeeren) zurück.  Daraufhin verbracht ich die nächsten drei Stunden vollkommen selbstvergssen mit dem Lesen dieser roten Dinger, während ich der ersten drei Folgen von CaimanClub hörte (was sehr empfehlenswert ist).

EWd-EUlA

104 – Rachel und Solimann auf dem Kriegspfad (495-501)

Rachel ist nicht mehr in Solimann sondern in Ulrich verschossen – kommt aber nicht auf die Idee, dass er es auch sein könnte – er beobachtet, wie Solimann Rachel eine von ihm geküßte Lilie vors Zimmer legt – als beide mal ohne Aufsicht sind, nehmen sie beide die Kutsche ins Hotel von Arnheim – es wird geknutscht – ihm Hotel will Solimann ihr seine Geburtsurkunde zeigen die davon zeugt, dass er von adliger Abstammung ist – durchsuchen seine Wäsche – Rachel merkt Parallelen zur Wäsche ihrer Herrin – kapiert, dass zwischen denen wohl etwas mehr passiert

In diesem Augenblick ergriff die schändliche Vermutung von Rachel Besitz, daß der Zusammenhang zwischen ihrer Herrin und Anrheim ein weniger geistiger sein könnte, als sie geglaubt habe. (500)

Solimann gibt den Macker und Angeber, um Rachel herumzubekommen – aber mehr als Küsse gibt’s nicht. Beim Durchwühlen der Sachen von Arnheim kapiert sie Zusammenhänge und verliert in gewisser Weise ihre Unschuld. Jedenfalls ist Solimann jetzt abgeschrieben, der das intuitiv kapiert.

Übergabe/n

In Job zwei erübrigt sich eine Übergabe, die anderen beiden machen ja das Gleiche wie ich, sie mussten nur ein paar Termine von mir übernehmen.

In Job eins ist es anders, da musste nun eine Sekretärin in das Aufgabengebiet eingearbeitet werden. Um hier aufzuzeigen, um welche komplexe Aufgabe es sich bei meiner Tätigkeit da handelt, sei gesagt: Die Übergabe und Einarbeitung der Kollegin dauerte 90 Minuten – und da war alles schon drei mal gesagt.

GT (23)

Die Einstiegsrunde mündete heute direkt in die Schlussrunde. Wie es mir scheinen will, haben alle in der letzten Woche einen großen Schritt gemacht. Selten so gehaltvolle und persönliche Berichte. Für alle, wie in der Schlussrunde betont, reiche Beute fürs Nachdenken.

103 – Die Versuchung (486-495)

Gerda und Ulrich alleine – er doziert über Gesetz vs. Zufall – sie, zehn Jahre jünger als er, hört sehr skeptisch zu – über das „Gesetz der großen Zahlen“ – Gesetze eine „Ironie der Natur“? –  was sein könnte vs. was sein müsste – Ulrich ob der Wirkmächtigkeit recht desillusioniert – es kommt nur auf den Mittelwert an – neues Thema: tötet Besitz? – in diesem Zusammenhang nach Treue, was ja auch Besitz ist – Ulrich spricht davon, auf Wunsch des Vaters, um ihre Hand anzuhalten – sie lehnt rundweg ab

… es ist für den Mittelwert gang gleichgültig, und Gott und Welt kommt es nur auf ihn an, nicht auf uns. (491)

Schwieriges Kapitel, weil Musil hier alles reinschmeißt und verdichtet. Da ist Wissenschaft und Statistik gegen Entwicklung, da ist Intellektualität gegen basale Wirklichkeit, da ist Konservatismus gegen Fortschritt. Und das aber nicht jeweils in eine der beiden Figuren, sondern das changiert sehr stark hin und her. Ulrich zeigt sich zwar insgesamt als der ‚Bremser‘ während Gerda sich dem Fortschritt verschrieben hat, dann aber sind die Rollen schnell wieder umgekehrt. Das sich hier zwei bis sieben verschiedene philosophische Richtungen der Zeit spiegeln, dürfte für den Fachmann vollkommen klar sein, dem laienhaften Leser entzieht sich das leider. Musil, das kann man so einfach konstatieren, war echt nicht auf den Kopf gefallen und hat das Wissen als Surrogat in einzelne Sätze verpasst.

Stunden zählen

Echt, ich rechne dauernd aus, wie lange ich in Job 1 & 2 noch bleiben muss, wie ich das irgendwie verkürzen kann, ohne aber die Übergabe zu gefährden.

Drei Tage kürze ich auf alle Fälle ab.

Die Motivation, jetzt noch was zu tun, ist echt gleich Null – aber das wird, wenn ich das richtig sehe, auch akzeptiert.

 

Musil lesen – #486

Ich war schon etwas überrascht, als ich das Foto zwischen Seite 492 und 493 entdeckt habe. Keine Erinnerung daran, es in den „Mann ohne Eigenschaften“ gelegt zu haben.

Aber es passt.

Denn die Erstletüre datiert auf August 1986. Und da es zu diesem Foto noch eine Reihe von anderen gibt ist klar, dass ich damals mit M. (hier auf Bild) auf dem Berghaus war (um als bekennender Hetero mit ihm ständig Sex zu haben).

Ohne dieses Beweise hätte ich mir das heute alles komplett anders zusammengereimt, vorallem, dass mit M. Ich meine mich zu erinneren, dass wir uns nur unendlich zögerlich aneinander angenähert haben. Aber so ist klar, dass ich mit 1986 definitiv das Thema Homosexualität auf der Pfanne hatte – und dann noch acht (!!!) Jahre bis zu meinem Coming-out brauchte. Heftig, heftig.

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Unwesentliche Verzögerung

Mit einer wahrlich klitzekleinen Verzögerung, die man eigentlich als unerachtenswert ansehen kann und muss, habe ich heute die letzte Umzugskiste (vom Januar 2018) aus dem Zimmer geräumt. Damit ist mein Plan, alles zügig einzurichten, voll aufgegangen. Der Berliner Flughafen kann sich da ein Beispiel an mir nehmen.

102 – Kampf und Liebe im Hause Fischel (477-486)

Gerade wartet vergeblich auf Ulrich – der hat’s einfach vergessen – auch Frau Fischel ist darüber verärgert, wäre Ulrich doch eine gute Partie – gereizte Stimmung im Haus, weil die Eltern mit dem nationalen Gedankengut der Tochter und deren freunde nicht einverstanden ist – auch das Ehepaar selbst in uneins – Fischel geht daher gerade gerne spazieren – trifft zufällig Ulrich – begleitet Fischel nach Hause – trifft dort auf die Freundesgruppe von Gerda – es kommt zu einem heftigen Wortgefecht zum Thema Fortschritt, was die jugendliche Gruppe locker verneint

In seinen [Leo Fischels] jungen Jahren hatte er oft diesen Anblick genossen, als er noch vor der Auslagenscheibe des Lebens stand und kein Geld besaß, um einzutreten, sondern nur darüber nachdenken durfte, was ihm sein Schicksal später bescheren würde. (480f)

Alt gegen jung. Wenn Generationen aufeinander treffen, fliegen die Fetzen, weil beide vielleicht noch über die gleiche Sache reden, aber auf unterschiedliche Schwerpunkte und Vorgehensweisen setzen. Würde man hier statt ‚Fortschritt‘ ‚Umweltschutz‘ einsetzen, hätte man eine literarische Version von Friday for Future.

Dazwischen

Wie das in so einer Verwaltung ist, die KollegInnen nehemen einem die Freude die Neuigkeit zu verkünden, denn auf geheimnisvollem Wege wissen das Neue alle über Nacht. Mit Ausnahme der alten Abteilungsleiterin und dem neuen Quasi-Chef.

Heute das Arbeiten zwar nicht eingstellt, aber ich war dann doch eher locker damit unterwegs und zudem bei allen drei Chefs vorstellig, um die Übergangszeit zu planen. Das Ergebnis. Es bleibt alles an mir hängen – oder anderes gesagt, ich kann es gestalten wie ich es will. Und da ja nicht viel zu übergeben ist …

Nächste Woche fange ich mal langsam mit dem Aufräumen an und bin etwas am planen, wie ich drei Tage Urlaub da noch reinbekomme, denn aus Job zwei möchte ich echt so schnell wie möglich raus, auch wenn mir ein Abendessen mit den dortigen Frauen noch droht.

Das Schöne gerade, ich kann es gelassen angehen.

Nun doch

Die  letzen 48 Stunden brauche ich definitiv kein zweites Mal! Ich werd‘ mich hier auch nicht darüber auslassen, aber ne … echt nicht wieder.

Seit 15:05 ist es nun offiziell: Ich hab‘ (nun doch) die Stelle!

Dank an alle für’s Daumen-drücken – auch wenn ich mir vorgenommen habe, auch dem Aberglauben abzuschwören.

Damit geht eine siebenjährige Hängzeite vorbei, ab 1. September nun wieder eine volle Stelle die ganz OK bezahlt wird, die ein paar Aufgaben enthält, die mir näher liegen als das, was ich gerade mache. Zudem ein eigenes Büro. Nun direkt dem höchsten Chef unterstellt (da „Stabsstelle“).

Fassen / Realisieren kann ich das gerade nicht wirklich, dazu waren die letzten 48 Stunden … aber das wird sicherlich noch kommen. Im Moment ist mir gerade kotzübel, was aber ja auch eine Reaktion darstellt.

101 – Die feindlichen Verwandten (465-477)

Diotima und Ulrich im Gespräch – der General nervt sie etwas – sie streiten sich etwas, wer den General eingeladen hat – sie gibt endlich zu, in Arnheim verliebt zu sein – sie hat sogar einen Antrag von ihm bekommen – haben sich beide rauchend in das Zimmer von Rachel zurückgezogen – beide über das Für und Wider von Arnheim – Arnheim wünscht die Freundschaft mit Ulrich – der ist darob erstaunt – macht ihm Vorhaltungen, er würde opponieren um des Opponieren Willen – über das Verlangen – ist man Herr seiner Gefühle? – gibt es Vorbestimmung, eine Ursache von allem? – überlegt, ob sie sich Ulrich ganz anvertrauen kann

Das gewöhnliche Leben ist ein Mittelzustand aus allen uns möglichen Verbrechen. (474)

Kernfrage ist, ob grenzenlose Liebe möglich ist. Ulrich spricht Diotima die Fähigkeit ab – was sie natürlich verneint – weil seiner (Musils) Theorie nach grenzenlose Liebe die Aufgabe des Persönlichen wäre, denn grenzenlose Liebe ist ’nur‘ „ganz Empfindung“. Diotima spürt, dass etwas an ihr inneres Korsett kratzt bzw. beginnt es aufzuschnüren, was sie mit einem leichten Schaudern vorsichtig zulässt, derweil Ulrich, ganz ‚Mann‘, emotional unbeteiligt bleibt, ja das Gefühlige durch Intellektualität verdrängt.

Sieben Herren bei Kaffee und Kuchen

Ich kann mich gerade nicht erinnern – und bin gerade auch einfach zu faul zu suchen – ob ich hier schon erzählt habe, dass bei meinem Arbeitgeber eine Stelle frei geworden ist, auf die nicht nur mein Profil passt, sondern die ich auch gern haben würde wollen tu (irgendwie so).

Ende Juli also die schriftliche Bewerbung abgegeben (wobei ich mir zum ersten Mal  hab‘ helfen lassen), heute dann – ja, ja, so schnell kann das bei uns gehen – das Bewerbungsgespräch. Da eine reine Inhouse-Ausschreibung war die Konkurrenz übersichtlich, aber definitiv jünger als ich, schöner als ich und vorallem: weiblich.

Vom Profil her können mir aber beide nicht das Wasser reichen, denn sie haben beispielsweise zwar von Photoshop schon mal was gehört, auch von InDesign – aber noch nie eine Maus in diesen Programmen geschubst, während ich da schon Langstrecken hinter mir habe. Und so geht das bei so gut wie allen Anforderungen (OK, bei Kaffee kochen ziehen wir wieder gleich) – nur eine Verwaltungsausbildungen können die beiden im Gegensatz zu mir vorweisen.

Die  lezten Tage mich intensiv auf das Gespräch heute vorbereitet – ich wollte auf jede mögliche Frage eine gute Antwort haben und selbst auf kritische fiel mir einiges ein. Aber aufregend ist das dann doch immer und ich weiß, in der Hektik …

13:45 war ich als erster geladen und traute meinen Augen nicht. Da saß also der gesamte Personalausschuss nebst Hauptgeschäftsführer (HGF), nebst Personaler, nebst Personalratsvertreter … am Tisch bei Kaffee und Kuchen in gelöster Stimmung. Und während ein Kuchestück nach dem anderen in die wohlbeleibten Körper der Ausschussmitglieder verschwand, wurden ein paar Fragen an mich gerichtet, deren Antworten von mir aber sichtlich nur zwei oder drei der Anwesenden wirklich interessierten. Dennoch, ich habe mich, wie ich im Nachhinein fand, echt gut ‚verkauft‘.

Ich muss zugegeben, dass der HGF mir ein paar Fragen stellte, auf die ich einfach nur glänzen konnte, so dass ich die Vermtung hege, dass er mich wohl gerne auf der Stelle hätte. Denn kurze Zeit später bei einem Fototermin raunte er mir im Vorbeigehen noch zu: „Das haben wir aber gerade gut gemacht“.

Um aber jetzt die spannende Frage zu antworten, ob sich Euer Daumen drücken gelohnt hat – für das ich Euch sehr dankbar bin – so sei mitgetleilt: Ich will’s hoffen, denn ob ich die Stelle habe oder nicht … ich vermute, ich werd’s vielleicht morgen erfahren, oder übermorgen …. oder so.

Eilt ja auch nicht so, denn die Stelle war ja erst seit dem 1.8. zu besetzen.

Wer morgen Zeit hat, …

… mal einfach mir die Daumen drücken!

# 485

Die Therapieblume vom Mittwoch ist olfaktorisch absolut betörend.

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100 – General Stumm dringt in die Staatsbiblithek ein und sammelt Erfahrungen über Bibliothekare, Bibliotheksdiener und geistige Ordnung (459-465)

Besuchte die Hofbibliothek – ist tief beeindruckt von der Masse von Büchern – hofft dort die Idee für Diotima zu finden – stellt sich dümmer als er ist und hofft auf die Hilfe des Bibliotheksdiener – darf ins Katalogzimmer – ist komplett überfordert – ein alter Diener eilt zur Hilfe, nachdem der Bibliotheksdiener die Flucht ergriffen hat – auch Diotima, wie der Diener verrät, war schon hier auf der Suche nach der Idee

Du kannst agen, man braucht nicht alle Bücher zu lesen. Ich werde dir darauf erwidern: Man braucht auch im Krieg nicht jeden einzelnen Soldaten zu töten, und doch ist jeder notwendig! Du wirst mir sagen: Auch jedes Buch ist notwendig. Aber siehst du, da stimmt schon etwas nicht, denn das ist nicht wahr; ich habe den Bibliothekar gefragt. (460)

Ja, Bibliotheken können überfordern, wie sie begeistern können. Stumm ist einfach nur überfordert, weil er wissenschaftliche gesehen kindlich-naiv ist. Andererseits begreift er aber in Ansätzen, dass die Ordnung einer Bibliothek ein System ist und er schlägt in Ansätzen am Ende des Kaptitels den Bogen zum Denken bzw. zur Erkenntnis, für die es ja auch Systeme gibt.

Hat mir heute mein Mann gekocht

  • Tatar vom Lachs und Gurke
  • Warmer Mozarella mit Streifen von Gurke
  • Perlhuhn, Rollgerstenrisotto und gegrillte Zucchini
  • Tarte au Framboise

Immerhin

Die Chefin von Job 2 hat mir heute morgen mitgeteilt, dass die Finanzierung der Stelle jetzt doch nicht zum 31.8. ausläuft, sondern bis zum 31.12. gewährleistet ist.

99 – Von der Halbklugkeit und ihrer fruchtbaren anderen Hälfte; von der Ähnlichkeit zweier Zeitalter, von dem liebenswerten Wesen Tante Janes und dem Unfug, den man neue Zeit nennt (453-459)

Über den Wechsel der Modeerscheinungen – Tante Jane ist eine Nenntante von Ulrich – Klavierlehrerin – hatte eine „mild panierte“ Stimme – immer im selben Kleid – hatte man Franz Liszt getroffen – verheiratet mit einem Photograph – aber alles sehr unglücklich, er stirbt bald – sie zieht sein uneheliches Kind auf – Gedanken über die Photographie und Vergänglichkeit

„Man ist“ wechselt, wie es scheint, ebenso schnell wie „Man trägt“ und hat mit ihm gemeinsam, daß niemand, wahrscheinlich nicht einmal die an der Mode beteiligten Geschäftsleute, das eigentliche Geheimnis dieses „Man“ kennt. (453)

Leicht verschwurbelter Text zu Zeiterscheinungen, die auf die ein oder andere Art zeitlos sind.

GT 21

Eine äußerst langweilige und gelangweilte Eingangsrunde, nach deren Ende ohne große Diskussion feststeht, heute wird nicht gewählt. So schleppt sich die Runde durch den zweiten Teil, wobei gegen Ende L. in den Mittelpunkt kommt, was für sie an sich schon eine große Leistung ist.

Es kann ja nicht jedesmal hoch her gehen.

Auf dem Heimweg fällt mir auf, dass ich vor oder nach der Therapie mir immer etwas kaufe. Komme ich vom Job, fahre ich vorher an einem Weinladen vorbei und hole mir eine Flasche „Therapiewein“, komme ich, wie heute, von zu Hause, nehme ich auf dem Rückweg ein paar Blumen aus dem benachbarten Laden mit.

Ich kann das unanalysiert einfach mal so stehen lassen.

WMDEDGT 8/19

Jeden Monat fragt Fr. Brüllen, was man denn so heute gemacht hat. Na dann:

6:00 – Wecker und die morgendliche Routine sehr müde aber ohne Stress.
6:25 – Aufs nasse Fahrrad durch morgendliche Kühle mit Wind.
6:44 – Heute ist Job Nr. 2 dran und es gibt den Alltagskram lustlos zu bewältigen, alles weder besonders interessant noch besonders langweilig, kurz: Nix  bleibt als Erlebtes hängen.
15:34 – Aufs trockene Fahrrad durch die Sonne zurück.
16:00 – Nach einer Tasse Tee ein Nachmittagsschlafversuch von 25 Minunten – aber der Kopf will keine Ruhe geben und plant ein wichtiges Gespräch nächste Woche voraus.
16:30 – Am Rechner. Blog, flickr, instagram, eine neue Photoseite bis mir einfällt, ich sollte ja noch etwas für Verein 1 tun. Also tue ichs.
17:20 – Entdecke eine Mail von einer der beiden Personen, die ich am Samstag vor der Kamera hatte. So wie er sich in seinen zwei Blogs darstellt, scheinen Zwanghaftigkeit und eine leichte Verschrobenheit ihm eigen zu sein. Aber er will gerne wieder vor die Kamera.
17:55 – Die Küche ruft: Salate und ein paar Streifen Putenbrust soll es heute sein.
18:15 – Abendessen mit Quiz
19:00 – Am Computer ohne Ziel und mit ohne Verstand, die Zeit verfliegt und nichts ist getan.
20.45 – Geselle mich zu meinem Mann ins Wohnzimmer, schauen irgendwas im TV und ich halte mich tapfer an meinem Glas alkoholfreiem Bier fest.
22:15 – Mache mir noch Bergtee und gehe ins Bett, auch wenn ich weiß: Das mit dem Schlafen wird heut nix.

98 – Aus einem Staat, der an einem Sprachfehler zugrundegegangen ist (445-453)

Die Polizei veranstaltet eine Jubiläumsausstellung – Graf Leinsdorf ist mit Ulrich dort – auch Diotima und Mann kommen – der Polizeipräsident kennt sie alle – Bonadea ist ebenfalls mit Mann anwesend – sie hätte ihn gern zurück – will auch in die Parallelaktion und ist daher da um Diotima kennen zu lernen – widerwillig macht Ulrich die beiden bekannt – über die Themen des Tages – Geschäftigkeit aller Orten, wenn auch ohne Inhalte – nach wie vor rätseln alle um den Sinn und Ziel der Parallelaktion – aber alle wollen nach wie vor dabei sein – über die Probleme einer Doppelmonarchie – Leinsdorf Umgang damit

Seit Bestehen der Erde ist noch kein Wesen an einem Sprachfehler gestorben, aber man muß wohl hinzufügen, der österreichischen und ungarischen österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie widerfuhr es trotzdem, da sie an ihrer Unaussprechlichkeit zugrunde gegangen ist.

Alle rennen zur Ausstellung, weil alle denken, da passiert was Besonderes und als nichts passiert denken alle, da ist was im Geheimen passiert und das werden sie schon noch mitbekommen, Hauptsache ist, dabei gewesen zu sein.

Zapp

Gestern abend allein zu Hause. Zeit, mal sich den verschiedenen Fernsehprogrammen zu widmen. Da ich doch ganz gerne zappe, mixte ich mir ein Mischung zusammen, die ich dann selbst als etwas hart empfand – aber ich habe durchgehalten. Bestandteile waren

  • Liveübertragung aus Wacken (woran mich einfach nur faszinierte, dass es diesen kitschigen Bombast-Rock immer noch gibt)
  • Liveübertragung aus Matero (wo ich letztes Jahr war) mit der Cavalleria rusticana (nur gesehen, um zu schauen, wie sie diese Stadt mitinszeniert hatten, was groß angekündigt war: meiner Meinung nach arg dürftig.)
  • Irgendwas mit Dieter Bohlen (das muss dann der Assi in mir gewesen sein.)
  • Ice Age (das muss dann das Kind in mir gewesen sein)
  • Eurovision Chor Contest (das muss dann das Bildungsbürgerliche in mir gewesen sein).

Gemütlich war’s!

Ahhh und klick

Ich hab‘ ja schon ziemlich viel und vieles fotografiert – aber noch nie Menschen beim Sex. Bis heute. Ist wirklich nicht ganz einfach.Aber nach der ersten Durchsicht ist schon einiges Gutes dabei.

Erstaunlich übrigens, was für eine Wärme zwei fickende Menschen mit der Zeit enwickeln.

Kaleidoskop eines Alltags

Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte.

Anton Weyrother

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