101 – Die feindlichen Verwandten (465-477)

von Bert

Diotima und Ulrich im Gespräch – der General nervt sie etwas – sie streiten sich etwas, wer den General eingeladen hat – sie gibt endlich zu, in Arnheim verliebt zu sein – sie hat sogar einen Antrag von ihm bekommen – haben sich beide rauchend in das Zimmer von Rachel zurückgezogen – beide über das Für und Wider von Arnheim – Arnheim wünscht die Freundschaft mit Ulrich – der ist darob erstaunt – macht ihm Vorhaltungen, er würde opponieren um des Opponieren Willen – über das Verlangen – ist man Herr seiner Gefühle? – gibt es Vorbestimmung, eine Ursache von allem? – überlegt, ob sie sich Ulrich ganz anvertrauen kann

Das gewöhnliche Leben ist ein Mittelzustand aus allen uns möglichen Verbrechen. (474)

Kernfrage ist, ob grenzenlose Liebe möglich ist. Ulrich spricht Diotima die Fähigkeit ab – was sie natürlich verneint – weil seiner (Musils) Theorie nach grenzenlose Liebe die Aufgabe des Persönlichen wäre, denn grenzenlose Liebe ist ’nur‘ „ganz Empfindung“. Diotima spürt, dass etwas an ihr inneres Korsett kratzt bzw. beginnt es aufzuschnüren, was sie mit einem leichten Schaudern vorsichtig zulässt, derweil Ulrich, ganz ‚Mann‘, emotional unbeteiligt bleibt, ja das Gefühlige durch Intellektualität verdrängt.