109 – Bonadea, Kakanien; Systeme des Glücks und Gleichgewichts (522-530)

von Bert

Bonadea versteht nichts von Politik – ihr Leben hat System in ihrem Doppelleben – was ist (persönliches) Glück – Bonadea ist maßlos eifersüchtig auf Diotima – hat aber dennoch Kontakt mit ihr – versucht ihr zu gleichen – lebt ihren „illegitimen Til ihres Lebens als Witwe“ – über das Zurechtkommen in der Welt

Jeder Mensch hat eine solche Methode, die Bilanz seiner Eindrücke zu seinen Gunsten umzudeuten, so daß gewissermaßen das tägliche Existenzminimum an Lust daraus hervorgeht, das in gewöhnlichen Zeiten genügt. Seine Lebenslust kann dabei auch aus Unlust bestehen, solche Materialunterschiede spielen keine Rolle, denn bekanntlich gibt es ebenso glückliche Melancholiker wie es Trauermärsche gibt, die um nichts schwerer in ihrem Element schweben wie ein Tanz in dem seinen. Wahrscheinlich läst sich sogar auch umgekehrt behaupten, daß viele fröhliche Menschen nicht um das geringste glücklichere sind als traurige, denn Glück strengt genau so an wie Unglück; das ist ungefähr so wie Fliegen nach de Prinzip Leichter – oder Schwerer als die Luft. (523)

Mehr als das Zitat braucht es nicht für dieses Kapitel. Bonadeas Lebenslüge ist nur eine beispielhafte für die eigene.