116 – Die beiden Bäume des Lebens und die Forderung eines Generalsekretärs der Genauigkeit und Seele (583-600)

von Bert

Beteiligung an der Aktion lässt nach – Graf Leinsdorf fordert schnellere Erfolge – man diskutiert in kleinem Kreise – wenigstens was Vorläufiges? – Spekulationen, ob Arnheim nicht in Verbindung mit dem Zaren steht, der die Aktion beeinflussen will – Ulrich sinniert über Gewalt und Liebe – von Gleichnissen an sich – wieder einmal die Frage nach der Erkenntnismöglichkeit – Ulrich schlägt als Aufgabe der Aktion eine „geistige Generalinventur“ vor – man gerät in Meinungsverschiedenheiten

Es läßt sich heute manchmal nicht der Eindruck abweisen, daß die Begriffe und Regeln des moralischen Lebens nur ausgekochte Gleichnisse sind, um die ein unerträglich fetter Küchendampf von Humanität wallt, und wenn hier eine Abschweifung erlaubt ist, so kann es nur die sein, daß dieser undeutlich über alles ausgebreitete Eindruck auch das zur Folge hatte, was die Gegenwart ehrlich ihre Verehrung des Gemeinen nennen sollte. (593f)

Das hier ist so eine Diskussion, wie sie oft geführt wird, wenn das Pferd eigentlich tot ist, aber alle so tun, als müssten sie es unbedingt weiter reiten. Die Aktion ist in einer Sackgasse, das Interesse hat nachgelassen, man findet keine Idee die allen passt, man hat Angst, dass Deutschland interveniert … und so sitzen sie im Kreise, ziehen den Kopf ein und tun: nichts. Auf der anderen Seite eine kleine Parabel über das Zustandekommen von Ideen bzw. Aktionen und deren Voraussetzunge, hier aber als Negativpause. Und, wie so oft im MoE: Was ist eigentlich das Eigentliche? Was ist Kern? Was ist schein? Was hat wert? Was hat Vorrang? Was habe ich in der Therapie gelernt: Wenn man nicht entscheiden will, dann diskutiert man erstmal die Themen aus – aber wer hat schon jemals ein Thema ganz ausdiskutiert? Keine Ahnung ob man das Wort schon damals kannte, aber als Überschrift hätte auch stehen können: Prokrastination.