Durch die Zeit

Monat: Oktober, 2019

4 – Ich hatt‘ einen Kameraden (694-700)

Ulrich trifft auf Agathe – verweist auf ein paar Bestimmungen im Testament bezüglich der Beerdigung – u.a. der Vater möchte mit einer Auswahl seiner Orden begraben werden – Freund und Konkurrent Professor Schwung kommt zum Trauerbesuch

Viele Menschen, die seit ihrem siebzehnten Jahr kein Gedicht mehr gemacht haben, verfassen plötzlich eines im siebenundsiebzigsten Jahr, wenn sie ihr Testament schreiben. (699)

Man könnte es auch eine Schreibübung nennen. Alles gut und OK, aber es funkt einfach nicht wirklich. Der alte Konkurrent am Bett des toten Freundes, Erinnerungen und allgemeines über die Sterblichkeit.

GT (28)

Die Krankenkasse zahlt jetzt doch weiter – alles andere wäre im jetzigen Moment echt fatal gewesen.

Die Neue ist da. Sie könnte die Zwillingsschwester ihrer Namensvetterin sein, nicht nur vom Aussehen – also arg ruhig und so gut wie hermetisch verschlossen.

Die kurze Pause von drei Wochen hat mir gut getan, neuer Input wäre einfach zu viel gewesen.

Merke, dass ich immer noch ganz schön mit mir beschäftigt bin, den anderen zwar aufmerksam zuhöre, aber irgendwie doch nicht dabei bin.

ring-ring

Die, die mich kennen, wundern sich schon extrem, warum ich so überhaupt nicht gern telefoniere.

Aber heute am frühen Abend, als A. einfach so anrief (was allgmein Seltenheitswert hat, also, dass Menschen mich einfach so anrufen ohne etwas zu wollen) war das einfach richtig schön, auch wenn ich das erstmal raffen muss. Und ich habe sogar geplaudert.

Höhere Mathematik

Fast zwei Stunden im Richterzimmer nach drei vollen und zwei halben Verhandlungstagen. Zwei Angeklagte, fünf angeklagte Straftaten (Verstoß gegen Betäubungsmittelgesetz), davon zwei gemeinschaftlich. Heißt: Sieben Einzelstrafen (fünf für den einen, zwei für den anderen) finden, die nach verschiedenen Kriterien abgewogen werden müssen – danach für jeden der beiden die Einzelstrafen in eine Gesamtstrafe wandeln (keine Summierung!), die tatangemessen ist.

Da spielen dann so Kleinigkeiten eine entscheidende Rolle, ob das beschädigte Springmesser nun als „Waffe“ oder nur als „gefährliches Werkzeug“ zu werten ist, ob das Mitführen unter Vorsatz geschah oder nicht, ob es eine „Mittäterschaft“ war oder doch nur die Rolle eines „Gehilfen“ oder ob verschiedenliches Strafmilderndes Geltung bekommen kann.

Dann noch die Rechnung, wie viel der eine Angeklagte wohl mit dem Drogenverkauf verdient hat, d.h., bei zwei Straftaten lag das Gewicht und Wirkungsgrad der Drogen vor, bei den den anderen drei musste es dann geschätzt werden minus Eigenbedarf mal Kaufpreis. Das wurde zwar alles so gerechnet, dass es für den Angeklagten positiv ausfiel – wurde dann aber doch ein mittlere fünfstellige Summe. Nennt man wohl ‚Wertabschöpfung‘ und war mir vollkommen neu.

Viel Aufwand, viel Kleinklein – und ich bin so was von froh, dass dieser Staat sich diese Mühe macht und die Kosten nicht scheut.

3 – Morgen im Trauerhaus (686-694)

Ulrich wacht morgens erholt auf – nimmt seine wissenschaftliche Arbeit wieder auf – erinnert sich an Clarisse, wie sie ihn an der Stelle gestört hat – die Stille im Haus tut ihm gut – über Konkav- und Konvexempfinden – über männliches und weibliches Prinzip – Kindheitserinnerungen – es werden Leute gemeldet

… es musste schon geraume Zeit niemand gestorben sein, die Worte waren lange nicht benutzt und hungrig nach Anwendung gewesen. (693)

Die ‚besondere Stimmung‘ am ersten Morgen in einem Trauerhaus. Ulrich hängt seinen Gedanken hinter her und muss dann aber viele Dinge entscheiden. Trauerhäuser sind Orte der heftigen Betriebsamkeit – was meist zu sehr skurrilen Situationen führt, so auch hier, wenn der Leichenbestatter kommt.

# 504

bb121020_341

Einfach nur gut!

Eine sarkastische Antwort von Imke Wübbenhorst zu ihrer Tätigkeit im Männerbereich ist zum Fußballspruch des Jahres gekürt worden. Die erste Trainerin einer Oberligamannschaft der Männer erhielt bei der Wahl zur Verleihung des Deutschen Fußball-Kulturpreises in Nürnberg die meisten Stimmen der anwesenden Gäste.

„Ich bin Profi. Ich stelle nach Schwanzlänge auf“, hatte Wübbenhorst bei ihrem Debüt als Trainerin der Herren des BV Cloppenburg gesagt, als sie gefragt wurde, ob sie eine Sirene auf dem Kopf tragen werde, damit ihre Spieler schnell eine Hose anziehen könnten, bevor sie in die Kabine komme.

Aus’m Spiegel.

Wie weit geht Toleranz?

Heute Abend immer mal wieder überlegt, was ich denn heute bloggen könnte. Einfach ein normaler Tag, nix wirklich Tolles, nix wirklich Schlechtes? Alles so in der Mitte. Aber trotzdem ok, einfach mal eben ruhig und quasi fast schon ausgeglichen.

Bis gerade eben.

Da rief H. an. Verein 1. Sie hat gerade Dienst. Aber der Computer, die Vorgängerin hätte sich nicht abgemeldet und jetzt wisse sie nicht, wie sie sich abmelden könne. OK, noch eine einfach Übung ihr zu erkären, abmelden ist abmelden, egal unter welchen Namen. Aber, so sie, das ginge nicht, weil die Fläche weg wäre, also der Button. OK, der fand sich dann doch wieder oben rechts, war also nicht gewandert. Aber vom System schien sie un/freiwillig abgemeldet worden sein – das passiert. Bloß wie minimiert man nen Task? Wo findet man links – das andere rechtes – oben ein Icon – „Ich sehe da nur bunte Dinger“ – und wie klickt man mit der Maus?

OK, H. ist 70+ und sicher in diesen Dingen nicht ’native‘ – aber rechts, oben, unten und links? Und blau auf weiß?

Ich geb’s zu. Wenn diese Basics fehlen, dann hört meine Toleranz echt schnell auf. Da bin ich vielleicht echt ungerecht und es tut mir auch etwas leid, dass ich H. dann – siehe gestern – etwas despotisch auf „ja“ und „nein“ reduzierte, aber was interessiert mich in der Situation, dass der weiße Pfeil auf blauem Grund, ne, blauer Pfeil auf weißem Grund nach rechts zeigt, nein, nach links, nein, irgendwie in beide Richtungen, was sie daran erinnert, dass beide Richtungen nicht gut sind im Wanderurlau, aber das Tirol im Gegensatz zum Bayern fiel schöner sein, vorallem, wenn man dieses eine Hotel …

2 – Vertrauen (676-686)

Hatte gar keine Migräne, war nur faul – auch sie ist vom Tod des Vaters nicht erschüttert – wird sich von ihrem Mann trennen – ist schon seit zwei Wochen da – versucht sich an ihren Mann zu erinnern – ein Grund für die Trennung ist nicht zu erkennen – Scheidungsmodalitäten – Hagauer kommt erst zum Begräbnis – sie will, dass er dann im Hotel übernachtet – es gab damals keinen Grund, Hagauer zu heiraten – über die Rolle der Geschlechter in Beziehungen (und das ist nicht gleichberechtigt) – Ulrich sucht nach Begründung der Trennung – sie argumentiert, man kann auch ohne Liebhaber durchbrennen – er gesteht es ihr zu

„Eigentlich ist alles das entsetzlich!“ sagte Agathe.

„Ja“ meinte Ulrich. „Und man weiß so wenig davon.“ (678)

Erstes Aufeinandertreffen der Geschwister. Man versteht sich überraschend gut, auch wenn Agathe mit ihren Themen etwas vorprescht und es scheinen will, als suche sie Bestätigung ihrer Entscheidung durch Ulrich. Der ist etwas zurückhaltend und entdeckt brüderliche Gefühle und Haltungen, ist sich aber in sich total unsicher. Beide reden viel über ihre Beziehung, wobei es Ulrich verdammt schwer fällt, ihre Entscheidung nachzuvollziehen. Vor allem, weil sie total konsequent, auf alles verzichtet und kein Kapital aus der Scheidung schlagen will, was damals eh nicht gegangen wäre, denn sie wäre ja schuldig geschieden worden. Der Tod des Vaters geht beide so gut wie nicht nahe, es ist halt passiert, wie so vieles an einem Tag.

Wenn ich mir was wünschen dürfte …

… dann wäre das: Einen ganzen Monat Nachrichten ohne dieses vermaledeite BREXIT. Die haben doch einfach nur den Arsch offen.

Rekord

Der Vorstizende von Verein 1 hat es heute geschafft, dass die Vorstandssitzung nur 110 Minuten dauerte. (Gewöhnlicherweise knacken wir die 120-Marke locker und liegen meist bei 150 und mehr. Ach so, die offizielle Dauer liegt bei 90 Minuten.)

Wie kam dieser Rekord zustande, obwohl die Tagesordnung echt nicht schmal war?

  • Alle Vorstandsmitglieder beschränkten sich bei ihren Redebeiträgen auf das Notwendigste.
  • Die Geschäftsführerin erstattet einen so knappen Bericht, dass er den Begriff ‚Bericht‘ eigentlich gar nicht mehr verdiente.
  • K. ist dem Vorsitzenden sofort ins Wort gefallen, wenn er mal wieder von Dingen erzählte, die jetzt so gar keinen Bezug zum Thema hat.
  • Ich stellte daraufhin flux jeweils einen Antrag zur Abstimmung, der die Sachlage zusammenfasste und auf den Punkt brachte.
  • Alle Vereinsmitglieder hatten – ohne das der Vorsitzende Zeit hatte, den Antrag umzuformulieren – die Hände oben.
  • Bei den Terminfindungen für nächstes Jahr (immerhin 14 Termine) hab‘ ich mal den Despoten gegeben und bin strukturiert durch den Kalender und habe nur noch ‚Ja‘ und ‚Nein‘ als Redebeitrag zugelassen.
  • Und schließlich wohl der Hauptgrund: Der Vorsitzende war durch eine Erkältung leicht angeschlagen und wohl ganz froh, dass andere ein bisschen das Heft in die Hand genommen haben.

Derb aktuell

Wir wissen nicht was passiert, wenn die Dinge sich verändern, aber wissen wir was passiert, wenn sie sich nicht verändern?

Elias Canetti

Zuviel

Früher hatte ich mal so ein kleines Tool, was alle Klicks mit der Maus und die Strecke des Mauszeigers aufgezeichnet hat. Fand ich lustig. Fände ich heute auch noch lustig. Und hätte vielleicht auch Beweiskraft.

So schön Photoshop, Indesign und Illustrator ist, aber in den letzten Tagen viel zu viel die Maus geschubst, jetzt hab‘ ich nämlich nen Mausarm, was nicht angenehm ist.

Die IT besorgt mir jetzt ne vertikale Maus, will hoffen, dass es dann echt besser wird.

Zweites Buch – Dritter Teil – Ins Tausendjährige Reich (Die Verbrecher) – 1 – Die vergessene Schwester (671-676)

Ulrich kommt in seiner Heimatstadt an – Bahnhofsszenerie – wird gleich seine Schwester Agathe treffen, mit der er kaum Kontakt hat – sie ist 27 (und Ulrich daher 32) – zum zweiten Mal verheiratet – mit Professor Hagauer – im Elternhaus angekommen – Agathe liegt mit Migräne im Bett – kommt in seinem Kinderzimmer unter, wo er sich „auf den Trümmern seiner Kindheit“ einrichtet – zieht sich um, und einen pyjamaartigen Hausanzug an – trifft auf Agathe, die was ähnliches an hat

Ulrich fühlte etwas „seelisch Stoffloses“, darin man sich so verlor, daß es die Neigung zu zügellosen Einbildungen erweckte. (672)

Wie es halt so ist, wenn man nach langer Zeit mal wieder ins Elternhaus zurückkehrt und auf die Familie trifft, mit der man sonst nichts zu tun hat. Vertraulich Fremd das alles. Ulrich leicht neugierig auf seine Schwester, mit der er seit Kindheit kaum Kontakt hatte.

Laberrunde – uff

Wir sind zu siebt. Das hat es lange nicht mehr gegeben. Die Supervisorin macht mal einen ganz anderen Einstieg und gibt das Thema „Veränderung“ vor. Als hätte ich da gerade nicht genug davon in und wegen und mit der Therapie. Ich halte es jedenfalls kurz, worauf sie aber meint, man sähe es mir an, dass ich gerade viel arbeiten würde.

Dann bringt A. einen Fall ein – selten genug in letzter Zeit, dass wir Fallarbeit machen, was aber ja Sinn und Zweck der Veranstaltung für uns ist. Mit jedem Satz, den sie länger ihren Fall beschreibt, sinke ich in meinem Stuhl innerlich zusammen. Denn das, was sie da schildert, ist genau das, was mich seit vier, fünf Wochen so heftig umtreibt.

Ich nehme irgendwann dann auch – vorsichtig – dazu Stellung und bemerke aber, wie die Supervisorin mich aufmerksam beobachtet, als es um die Fragen nach Umgang und Handlungsempfehlung geht.

Heftig war’s dann, als die Gruppe den Fall ‚bewerteten‘ … der Zufall wollte es, dass ich dann gehen musste (was ich auch vorher angekündigt hatte).

Hätte ich nicht gebraucht heute – aber es ist ja noch etwas Therapiewein da.

So halt.

Ich scheine auf meinen Augenarzt ja einen großen Eindruck gemacht zu haben. Auch wenn wir uns nur einmal im Jahr sehen – er tut immer so, als wären wir gestern noch ein Wein trinken gewesen. Kann ich mir aber auch gut vorstellen, das mit dem Eindruck, denn einen größeren Schisser als mich auf dem Stuhl wird er nur selten haben. Der muss ja nur mit der Spaltlampe kommen und ich werde blass. Als er mir vor Jahren mal knapp mitteilte, das beide Linsen aber so was von schnell raus müssen, hat er mir gleich die Hand auf die Schulter gelegt und mitfühlend gemeint, dass sei reine Routine. Er war sogar so nett und hat mich dann noch bis zur Rezeption begleitet und der unfreundlichen Furie dahinter zu verstehen gegeben, dass, wenn er einen schnellen OP-Termin bräuchte, es auch so meine. Ein Jahr später musste dann der Nachstar behandelt werden – was absolut nicht weh tut – auch da musste er mich erst beruhigen, bevor er anfangen konnte.

Aber: Augen sind OK, soll aber mehr tropfen (wie ich das hasse!) und dass mit der Hornhaut, nun ja, dass bleibt halt eine Schwachstelle, also daher, bitte nächstes Jahr wieder.

# 503

140107_187q

Verlorenes WE

Ganzes Wochenende wieder als stellvertretender Prüfungsausschussvorsitzender verbracht. Der Vorsitzende würde mir das ja gerne ab Herbst ganz aufs Auge drücken – sei dann aber an den Prüfungstagen nach wie vor gerne da. Wenn ich mich nicht schon entschlossen hätte, wäre das der Punkt, an dem ich nein sagen müsste.

Mir sind jetzt die sechs Wochenende einfach zu schade für das wenige Geld, was man dafür bekommt (liegt etwas unter dem Mindestlohn) – zudem scheint es da keinen Integrationswillen bei den anderen zu geben und ich hab‘ mich von Anfang an da nicht wohl gefühlt. Dazu ist das eine zu eingeschworene Gemeinschaft …

Ein Nebeneffekt der Therapie scheint gerade zu sein, dass ich aufräume.

Vollbepackt

Unterm linken Arm ein Paket mit 5 Kilogramm besten Schwarztee, darauf ein Päckchen mit 200 Gramm Aufschnitt für die kommende Woche, in der rechten Hand eine Kiste meines Therapieweins.

123 – Die Umkehrung (654-665)

Clarisse tut so, als sei es normal, dass sie auf ihn warte – sie hat eine Depesche für ihn – die teil Tod des Vaters mit – sie gratuliert dazu – will mit ihm über Walters Kinderwunsch sprechen – sie will keins von Walter – sie will eins von Ulrich – geht ihn körperlich etwas an anfänglich – dann mit aller Gewalt – er lehnt kategorisch ab – sie lenkt ein und geht – Selbstzweifel – Abreise

Ich [Clarisse] werde Dich [Ulrich] ermorden, wenn Du nicht nachgibst. (661)

Clarisse nimmt auf die Situation nicht im Geringsten Rücksicht und bedrängt Ulrich mit ihrem Kinderwunsch massiv. Der geht aber nicht darauf ein, schon wohl aus Prinzip nicht. Versucht sie zu besänftigen und bittet sie dann höflich zu gehen. Das halbe Jahr der Auszeit ist vorbei und Ulrich hat das Gefühl, nichts erreicht zu haben.

Vorfreude

Ich hoffe E. nimmt es mir nicht übermäßig übel, den ich schon längst in I. hätte besucht haben wollte, aber im März geht es jetzt erstmal für vier Tage nach Neapel mit der Ex. Lese gerade von Roberto Saviano „Die Lebenshungrigen“ und hab‘ davor mit Begeisterung auch „Der Clan der Kinder gelesen“. Und die Ferrante (nur 1. Band gut, dann nimmt es kontinuierlich ab) spielt ja auch dort. Dann gibt es noch Pompei, wo ich als Kind schon immer hin wollte und überhaupt … es ist a) Italien und b) am Meer und c) muss ich nicht alleine fliegen und d) ist es echt ein Versuch, was da dann die Angst mit mir macht und e) sind meinte Ex und ich derzeit auch nicht gerade Kinder der Traurigkeit und f) … ich glaube es ist einfach gerade dran, Neues zu entdecken.

Lieber E., im Januar und Februar hätte ich noch ein paar Tage Urlaub und wenn das mit dem Krieg nicht weiter eskaliert und vielleicht T. auch Zeit hat …

122 – Heimweg (647-654)

Ulrich geht zu Fuß nach Hause – wird da Jobangebot Arnheims nicht annehmen – über die „perspektivische Verkürzung des Verstandes“ – trifft auf eine Prostituierte – gibt ihr Geld – geht aber weiter – denkt an Moosbrugger – es bricht aus ihm heraus: „All das muß entschieden werden“ – jemand ist bei ihm in der Wohnung – Clarisse

Und Ulrich fühlte, daß er nun endlich entweder für ein erreichbares Ziel wie jeder andere leben oder mit diesen „Unmöglichkeiten“ Ernst machen müsse … (653)

Nächtlicher Heimweg, Ulrich überfällt eine friedvolle Stimmung, aber er kommt auch in einen etwas absonderlichen Zustand, der ihm Erkenntnis vorgaukelt. Wie lange das wohl anhält?

Frische Walnüsse …

… sind echt ein Genuß.

Was mich aber zu der Frage bringt: Wie öffnet manWalnüsse maschinell so, dass ausreichend Walnusshälften übrig bleiben, die dann auch verkauft werden können. Manuell klappt das bei mir nämlich nur bei einer von sieben.

Knöpfle mit Ei

Leider viel zu wenig. Aber die Gästin hat vielleicht am WE zugeschlagen … die isst sonst wie ein Spatz, dementsprechend habe ich gekocht, dass noch eine Portion für mich übrig bleibt … denkste … ein paar Knöpfle, sonst nix.

Moderne Zeiten

Und ich kanns irgendwie auch genießen. Zu Beginn meiner Beziehung mit meinem jetzigen Mann hätte man die Jahresteebestellung möglicherweise erst frühestenes morgen abschicken können, wenn man dann die Briefmarke für die Bestellkarte gekauft hätte, falls man keine zur Hand gehabt hätte. Heute ist es ein Formular im Internet.

Genauso für ein Teil – Gott ist mir das peinlich – dass ich auf dem gleichen Weg heute für ein paar Euros bestellt habe.

Und als A. heute Abend fragte, ob ich ihm was zum Lesen empfehlen könnte … bißchen Darknet, bisschen Dropbox, bisschen Mail – und bevor er zu Hause angekommen ist (ok, da braucht er zwei Stunden dafür) hat er alles.

Ich schimpfe nicht darüber.

121 – Die Aussprache (634-647)

Ulrich zu Diotima – die nicht da, aber Arnheim – das Gespräch kommt nur schleppend in Gang – Arnheim äußert höflich Kritik an Ulrichs Meinungen – da muss er als Machtmensch dagegenhalten – man diskutiert den „perforierte[n] Ernst“ – man kommt auf Moosbrugger – Arnheim gibt zu, ihn für sich gewinnen zu wollen, weil der jetzige Zustand ihn kränkt – Ulrich greift ihn aber wegen Diotima an – Arnheim kontert und bietet ihm an, bei ihm in die Firma einzutreten – und zwar als seinen Generalsekretär – Ulrich konfrontiert Arnheim mit den Gerüchten, die über ihn im Umlauf sind – spielt mit dem Gedanken zuzusagen – verabschiedet sich dann aber schnell

Ich [Ulrich] könnte mich natürlich darauf ausreden, daß ich in einer falsch eingerichteten Welt gar nicht so handeln darf, wie es mir recht vorkommt … . (636)

Arnheim nutzt den Zufall und will Ulrich gewogen stimmen. Da er zwar ein Denkender ist, aber in erster Linie dann doch Kapitalist, versucht er es über wohlüberlegte Gedanken, will ihn dann aber letztendlich doch einfach nur kaufen. Ulrich ist dem gar nicht mal so abgeneigt, denn er ist sich mal wieder unsicher, wo er denn eigentlich steht und ob er das, was er Gesprochen hat, immer noch vertreten kann. Auf der einen Seite als der Kapitalist mit dem Wissen um die Regeln der Wirtschaft und die Freiheit damit umzugehen, auf der anderen Seite ein unsicherer Grübler, der die Welt vollumfänglich hinterfragt und sich selbst damit den Boden unter den Füßen wegzieht.

Wie fühlt sich Krieg an?

Wer sich damit mal für ein paar Minuten auseinandersetzen will … dann einfach hier. Und ich kenn‘ den Typen, der da schreibt recht gut. Er ist manchmal hart und schonungslos in seinen Aussagen, wo man – also ich – es gerne etwas weicher hätte, ‚verständnisvoller‘.

Luft holen (#496-502)

Längerer Spaziergang mit U. (10 km – ich scheine gerade nicht so richtig fitt zu sein, denn danach war ich echt gut alle) durch Herbstsonne und einem Wald, der die Regengüsse der letzten Tage in Grün umgesetzt hat. Überbordendes Aufbäumen der Natur vor dem Herbst, das hatte richtig Potenz.

Mir ist irgendwie nicht nach reden. Mein ‚Thema‘ beherrscht mich nach wie vor, aber der Abend mit P. war entlastend und das Denken wird freier. Dennoch gestern weinen müssen. Aber meine eigene Haltung scheint sich zu bewegen. Ich muss nicht reden, ich muss nicht unterhalten, ich muss nicht für die 10 km die Gesamtverantwortung übernehmen (und prompt verlaufen wir uns auch – was soll’s). Wenn U. eben auch die Klappen halten will …

Wenn mich gerade was richtig böse macht, dann, dass ich so lange gebraucht habe.

Unter 50

Ich fands nicht schön, dass ich ihn hab‘ durchfallen lassen müssen. Und wir beiden Prüfer haben uns echt Mühe gegeben zu schauen, ob er noch zumindest die Punkte bekommt, die er braucht, um die Prüfung zu bestehen. Aber da klaffte einfach eine zu große Lücke zwischen dem, was er zeigte und dem was er brauchte.

Weh hat das mir  schon getan, als danach klar wurde, dass er sich in in einer Notlage befindet und das Bestehen der Prüfung ihm seine Situation erleichtert hätte. Aber hätte ich das vor der Prüfung gewusst, ich hätte ihm aus Mitleid vielleicht zwei oder drei Punkte mehr geben können – und das hätte auch nicht gereicht.

Nächste Woche besprech ich das aber mit dem Prüfungsausschuss, dass er a) aufgrund der Notsituation die Wiederholung zeitlich erheblich vorziehen kann und b) das man noch mal schaut, wie man ihm noch eine Vorbereitung zukommen lassen könnte.

Aber auch wenn man zwei Augen fest zudrückt – irgendeine annähernde Antwort sollte bei einer Prüfung dann schon kommen. Nur zu sagen, man mag Prüfungssituationen nicht und man sei jetzt nervös … wie will man da einen Betrieb führen, wo man Angebote abgeben muss und überhaupt in der Verantwortung steht, ggf. einige MitarbeiterInnen zu bezahlen.

OK, für ihn nervig – aber im Dezember ist die nächste Prüfungsrunde und wenn er dann einfach mal auf die Uhr schaut und lernt, was 15 Minuten sind … dann hat er gute Chancen die 50 Punkte zu bekommen, die er gerade noch braucht.

 

Big Brother

Da ich gestern bei P. in B. war – seeehr langer, intensiver, emotionaler Abend – komme ich komplett übermüdet erst gut drei Stunden nach meinem üblichen Arbeitsbeginn im Job an. Ich muss eine Person rückrufen und bei dreien habe ich gleich eine Auskunft einzuholen – alle vier begrüßen mich mit: „Na, auch mal endlich da!“

Kaleidoskop eines Alltags

Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte.

Anton Weyrother

weyrother.net

Mijonis chaotische Welt

Leben, Lieben, Queerbeet, Gedanken, Alles in einem

AISTHESIS

Texte zur Ästhetik, Philosophie und Kunstkritik sowie vermischte Bemerkungen

Kritzelkomplex

Just another WordPress.com site

heat'n'eat

The way I cook/Wie ich koche

wirbelwind68

ich lebe intensiv und reflektiert

Musil lesen

"Der Mann ohne Eigenschaften" in weniger als 123 Wochen

Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

KenterKönig

und anderes aus der weiten Welt

herschelmann fotoblog, bestpixel-photowerkstatt-hamburg.de

einige mehr oder weniger tolle Ideen um die Fotografie und die Bildbearbeitung

Rummelschubser

Ein Rummelschubser vs. Glioblastom et alia