Durch die Zeit

Monat: Oktober, 2019

4 – Ich hatt‘ einen Kameraden (694-700)

Ulrich trifft auf Agathe – verweist auf ein paar Bestimmungen im Testament bezüglich der Beerdigung – u.a. der Vater möchte mit einer Auswahl seiner Orden begraben werden – Freund und Konkurrent Professor Schwung kommt zum Trauerbesuch

Viele Menschen, die seit ihrem siebzehnten Jahr kein Gedicht mehr gemacht haben, verfassen plötzlich eines im siebenundsiebzigsten Jahr, wenn sie ihr Testament schreiben. (699)

Man könnte es auch eine Schreibübung nennen. Alles gut und OK, aber es funkt einfach nicht wirklich. Der alte Konkurrent am Bett des toten Freundes, Erinnerungen und allgemeines über die Sterblichkeit.

GT (28)

Die Krankenkasse zahlt jetzt doch weiter – alles andere wäre im jetzigen Moment echt fatal gewesen.

Die Neue ist da. Sie könnte die Zwillingsschwester ihrer Namensvetterin sein, nicht nur vom Aussehen – also arg ruhig und so gut wie hermetisch verschlossen.

Die kurze Pause von drei Wochen hat mir gut getan, neuer Input wäre einfach zu viel gewesen.

Merke, dass ich immer noch ganz schön mit mir beschäftigt bin, den anderen zwar aufmerksam zuhöre, aber irgendwie doch nicht dabei bin.

ring-ring

Die, die mich kennen, wundern sich schon extrem, warum ich so überhaupt nicht gern telefoniere.

Aber heute am frühen Abend, als A. einfach so anrief (was allgmein Seltenheitswert hat, also, dass Menschen mich einfach so anrufen ohne etwas zu wollen) war das einfach richtig schön, auch wenn ich das erstmal raffen muss. Und ich habe sogar geplaudert.

Höhere Mathematik

Fast zwei Stunden im Richterzimmer nach drei vollen und zwei halben Verhandlungstagen. Zwei Angeklagte, fünf angeklagte Straftaten (Verstoß gegen Betäubungsmittelgesetz), davon zwei gemeinschaftlich. Heißt: Sieben Einzelstrafen (fünf für den einen, zwei für den anderen) finden, die nach verschiedenen Kriterien abgewogen werden müssen – danach für jeden der beiden die Einzelstrafen in eine Gesamtstrafe wandeln (keine Summierung!), die tatangemessen ist.

Da spielen dann so Kleinigkeiten eine entscheidende Rolle, ob das beschädigte Springmesser nun als „Waffe“ oder nur als „gefährliches Werkzeug“ zu werten ist, ob das Mitführen unter Vorsatz geschah oder nicht, ob es eine „Mittäterschaft“ war oder doch nur die Rolle eines „Gehilfen“ oder ob verschiedenliches Strafmilderndes Geltung bekommen kann.

Dann noch die Rechnung, wie viel der eine Angeklagte wohl mit dem Drogenverkauf verdient hat, d.h., bei zwei Straftaten lag das Gewicht und Wirkungsgrad der Drogen vor, bei den den anderen drei musste es dann geschätzt werden minus Eigenbedarf mal Kaufpreis. Das wurde zwar alles so gerechnet, dass es für den Angeklagten positiv ausfiel – wurde dann aber doch ein mittlere fünfstellige Summe. Nennt man wohl ‚Wertabschöpfung‘ und war mir vollkommen neu.

Viel Aufwand, viel Kleinklein – und ich bin so was von froh, dass dieser Staat sich diese Mühe macht und die Kosten nicht scheut.

3 – Morgen im Trauerhaus (686-694)

Ulrich wacht morgens erholt auf – nimmt seine wissenschaftliche Arbeit wieder auf – erinnert sich an Clarisse, wie sie ihn an der Stelle gestört hat – die Stille im Haus tut ihm gut – über Konkav- und Konvexempfinden – über männliches und weibliches Prinzip – Kindheitserinnerungen – es werden Leute gemeldet

… es musste schon geraume Zeit niemand gestorben sein, die Worte waren lange nicht benutzt und hungrig nach Anwendung gewesen. (693)

Die ‚besondere Stimmung‘ am ersten Morgen in einem Trauerhaus. Ulrich hängt seinen Gedanken hinter her und muss dann aber viele Dinge entscheiden. Trauerhäuser sind Orte der heftigen Betriebsamkeit – was meist zu sehr skurrilen Situationen führt, so auch hier, wenn der Leichenbestatter kommt.

# 504

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Einfach nur gut!

Eine sarkastische Antwort von Imke Wübbenhorst zu ihrer Tätigkeit im Männerbereich ist zum Fußballspruch des Jahres gekürt worden. Die erste Trainerin einer Oberligamannschaft der Männer erhielt bei der Wahl zur Verleihung des Deutschen Fußball-Kulturpreises in Nürnberg die meisten Stimmen der anwesenden Gäste.

„Ich bin Profi. Ich stelle nach Schwanzlänge auf“, hatte Wübbenhorst bei ihrem Debüt als Trainerin der Herren des BV Cloppenburg gesagt, als sie gefragt wurde, ob sie eine Sirene auf dem Kopf tragen werde, damit ihre Spieler schnell eine Hose anziehen könnten, bevor sie in die Kabine komme.

Aus’m Spiegel.

Wie weit geht Toleranz?

Heute Abend immer mal wieder überlegt, was ich denn heute bloggen könnte. Einfach ein normaler Tag, nix wirklich Tolles, nix wirklich Schlechtes? Alles so in der Mitte. Aber trotzdem ok, einfach mal eben ruhig und quasi fast schon ausgeglichen.

Bis gerade eben.

Da rief H. an. Verein 1. Sie hat gerade Dienst. Aber der Computer, die Vorgängerin hätte sich nicht abgemeldet und jetzt wisse sie nicht, wie sie sich abmelden könne. OK, noch eine einfach Übung ihr zu erkären, abmelden ist abmelden, egal unter welchen Namen. Aber, so sie, das ginge nicht, weil die Fläche weg wäre, also der Button. OK, der fand sich dann doch wieder oben rechts, war also nicht gewandert. Aber vom System schien sie un/freiwillig abgemeldet worden sein – das passiert. Bloß wie minimiert man nen Task? Wo findet man links – das andere rechtes – oben ein Icon – „Ich sehe da nur bunte Dinger“ – und wie klickt man mit der Maus?

OK, H. ist 70+ und sicher in diesen Dingen nicht ’native‘ – aber rechts, oben, unten und links? Und blau auf weiß?

Ich geb’s zu. Wenn diese Basics fehlen, dann hört meine Toleranz echt schnell auf. Da bin ich vielleicht echt ungerecht und es tut mir auch etwas leid, dass ich H. dann – siehe gestern – etwas despotisch auf „ja“ und „nein“ reduzierte, aber was interessiert mich in der Situation, dass der weiße Pfeil auf blauem Grund, ne, blauer Pfeil auf weißem Grund nach rechts zeigt, nein, nach links, nein, irgendwie in beide Richtungen, was sie daran erinnert, dass beide Richtungen nicht gut sind im Wanderurlau, aber das Tirol im Gegensatz zum Bayern fiel schöner sein, vorallem, wenn man dieses eine Hotel …

2 – Vertrauen (676-686)

Hatte gar keine Migräne, war nur faul – auch sie ist vom Tod des Vaters nicht erschüttert – wird sich von ihrem Mann trennen – ist schon seit zwei Wochen da – versucht sich an ihren Mann zu erinnern – ein Grund für die Trennung ist nicht zu erkennen – Scheidungsmodalitäten – Hagauer kommt erst zum Begräbnis – sie will, dass er dann im Hotel übernachtet – es gab damals keinen Grund, Hagauer zu heiraten – über die Rolle der Geschlechter in Beziehungen (und das ist nicht gleichberechtigt) – Ulrich sucht nach Begründung der Trennung – sie argumentiert, man kann auch ohne Liebhaber durchbrennen – er gesteht es ihr zu

„Eigentlich ist alles das entsetzlich!“ sagte Agathe.

„Ja“ meinte Ulrich. „Und man weiß so wenig davon.“ (678)

Erstes Aufeinandertreffen der Geschwister. Man versteht sich überraschend gut, auch wenn Agathe mit ihren Themen etwas vorprescht und es scheinen will, als suche sie Bestätigung ihrer Entscheidung durch Ulrich. Der ist etwas zurückhaltend und entdeckt brüderliche Gefühle und Haltungen, ist sich aber in sich total unsicher. Beide reden viel über ihre Beziehung, wobei es Ulrich verdammt schwer fällt, ihre Entscheidung nachzuvollziehen. Vor allem, weil sie total konsequent, auf alles verzichtet und kein Kapital aus der Scheidung schlagen will, was damals eh nicht gegangen wäre, denn sie wäre ja schuldig geschieden worden. Der Tod des Vaters geht beide so gut wie nicht nahe, es ist halt passiert, wie so vieles an einem Tag.

Wenn ich mir was wünschen dürfte …

… dann wäre das: Einen ganzen Monat Nachrichten ohne dieses vermaledeite BREXIT. Die haben doch einfach nur den Arsch offen.

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Anne berichtet über Ihre Erfahrungen in den Büros der Schweizerischen Finanzdienstleister. Ebenso lässt sie euch an ihrem bunten Leben teilnehmen.

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