Durch die Zeit

Monat: November, 2019

10 – Weiterer Verlauf des Ausflugs auf die Schwedenschanze – Die Moral des nächsten Schrittes (733-745)

Über Verbrecher und ihre Anlagen – Ulrich lag mal mit einer Schussverletzung in einem Spital – „In allem Minus ein Plus“ – über die Notwendigkeit – kehren in ein armes Bauernhaus ein, um sich zu wärmen – Agathe macht Ulrich Vorwürfe, sie nicht ausreichend zu beachten – über die Moral der Zeit – Agathe äußert den Wunsch, ihren Mann umzubringen

Nur ein Geisteskranker könnte es ich einbilden. Oder ein achtzehnjähriger Ästhet. 735

Andere Autoren hätten aus diesem Kapitel zwei, drei Romane gemacht. Und das wird langsam für Musil zum Problem, denn er hat so viele Gedankenstränge aufgemacht und spielt sich variationsreich immer wieder durch, so dass er langsam scheinbar den Überblick verliert und dann versucht, in einem Kapitel alles mal wieder auf einen Stand zu bringen. Moderne Lektoren hätten mehrfach „Motivation?“ an den Rand geschrieben, denn hier wird von einem Thema zum nächsten gesprungen. So langsam fühlt es sich immer mehr als ein Bergewerk an, aus dem man immer mal wieder einen Diamanten birgt, aber eben auch vieles, was gerade nicht gebraucht wird.

9 – Agathe, wenn sie nicht mit Ulrich sprechen kann (725-732)

Agathe fasste auf dem Bahnhof dem Beschluss, nicht mehr zu ihrem Mann zurück zu kehren – war in der Kindheit lange krank gewesen – angeblich verhext von einer Bettlerin – war ein folgsames Kind – glaubte aber nicht an da, was man ihr sagte – hat nichts für die Emanzipation übrig – macht mit Ulrich einen Ausflug – lässt sich nichts vormachen – ist belesen, aber Theorien abgeneigt – Erinnerung, wie ihr Mann Hagauer bei der Beerdigung war und wie sie ihn schnell wieder losbekommen hat

Ein Bach, der Fabriken treibt, verliert sein Gefälle. (729)

Eine etwas ausführlicherer Vorstellung Agathens. Eine selbstbewusste, selbstdenkende Frau mit eigenem Verstand (um nicht Dickkopf zu sagen), die sich nicht gerne unterordnen lässt, es aber als ihre Rolle ansieht. Dürfte für die ein oder andere Überraschung gut sein.

GT (30)

(Therapeutische) Prozesse sind echt spannend – wenn man eine Ahnung hat, warum oder weswegen oder wofür sie stattfinden.

Am Ende der Einstiegsrunde (das der Beginn der Schlussrunde war) erzählte C II von sich – was mit mir und meinen Themen so gar nix zu tun hat. Meine Reaktion: Ich wurde einfach nur tief traurig und hätte heulen können.

Meine Aufgabe also rauszubekommen, was der Tricker war. Zeit habe ich ja – hab‘ mich für ne Woche krank schreiben lassen, um a) dann schlafen zu können, wenn ich schlafen kann und b) einfach mal alles aufzuschreiben, was seit Wochen im Kopf tobt.

Echte Krise gerade. Aber wenn man den Ursprung des Wortes kennt, dann heißt es ja „Krisis“ – und das beschreibt den „Wendepunkt“ bei einem Verlauf der Krankheit. Daher: Ich nehme mir gerade notwendige Zeit.

Ganz schön verpeilt

Heute morgen Tee gekocht, aber kein Tee reingemacht.

Später Kaffee gekocht aber nicht mehr gewußt, ob ich genug Löffel Kaffeemehl reingemacht habe. War aber auch egal, denn dann einfach vergessen, den Kaffee auch zu trinken.

Aber solange ich noch mein Bett finde … alles gut.

8 – Familie zu zweien (715-725)

Ulrich sinniert über Nähe zweier Menschen – Ulrich und Agathe treffen sich im Salon – Beschreibung Salon – beide kennen niemanden in der Stadt – Ulrich arbeitet wieder etwas an der Mathematik – Agathe ist übrigens 27 – über Schicksal – Schicksal uns Statistik – Agathe will leben

In späteren, besser unterrichteten Zeiten wird das Wort Schicksal wahrscheinlich einen statistischen Inhalt gewinnen. (720)

Mal wieder so ein schwierige Kapitel, im dem Ulrich und Agathe ihren Gedanken nachhängen und so durch die Gegend irrlichtern. Beide sind auf sich bezogen, weil sie niemanden kennen. Sie fühlen sich zwar nahe, gehen sich aber aus Respekt aus dem Weg.

Früher war der 11.11. bei mir auch anders

So’n Tag halt. Nach kurzer Nacht mit nem Horrortraum plätscherte der Tag so an mir vorbei. Abends dann halbkurz mit E. gechattet, der mich aus der Lethargie etwas rausbekommen hat. Spätestens mit seiner schönen Geschichte. Wenn er sie nicht innerhalb der nächsten drei Monate bloggt, mach‘ ich’s.

Danach

Dumpfer Tag. Gestern zu viel getrunken. So schön der Abend gestern war, in mir hat er dann leider was nicht Schönes ausgelöst, dann vor dem Schlafen Tränen. Nicht viel gemacht. Für A. eine Suppe gekocht, damit sie genug Kraft für die nächste Chemo hat. Vergnügliches Abendessen dann doch.

7 – Ein Brief von Clarisse trifft ein (711-715)

Mein Liebling – mein Feigling – mein Ling! (711)

Ich habe eine Bekannte. Wenn Dir mir schreibt (Mail, Whatupp, sms, Brief, Karte) dann habe ich immer nur eine flüchtige Ahnung von dem, was ich da lese. Ich lese da Worte, kann auch Satzkonstruktionen erkennen, Absätze … aber Inhalt? Ich kapier das einfach nicht, denn da werden Worte zergliedert oder x-mal variiert, dann Assoziationen eingesprenkselt … das lässt sich nicht beschreiben. Und so ist der Brief von Clarisse auch. Selber lesen, sind ja nur vier Seiten.

MoE 3 | Zweites Buch | Dritter Teil | Kapitel 1-9

Das nennt man dann „ruhigen Samstag“

Um 19 Uhr kommen die Gäste, drei Stück. Zwei von denen habe ich meinen jetzigen Job zu verdanken – an der Zeit, sich mal zu revanchieren:

  • Apfelchampagner
  • Lachs | Gurke | Chili | Brote
  • Feldsalat | Mandarinen | Champigon | Croutons
  • Offene Ravioli mit Pilzen
  • Hirschrücken | Rosenkohl | Silberzwiebeln | Knöpfle
  • Griesschnitten | Zimt & Zucker | Rumtopf
  • Alte Marille

Mein Mann hat geteilten Dienst, also kann er mir nur bei der Pasta helfen und ist dann erst zum Nachtisch wieder da.

10:45
Heißt also um 7:30 aus dem Bett, 8:15 auf dem Mark und so ein Nachziehwägelchen voll mit Fleisch, Gemüsen, Eiern etc. um 9:00 wieder auf die Straßenbahn geschleppt. Gleich wieder in eine andere Linie zum Weinhändler, dort mal schnell einen 100ter gelassen für diverse Getränke (über das Abendessen heute hinaus!) und gleich nochmals los zum Supermarkt und Bäcker.

Liege um 75 Minuten vor der geplanten Zeit, reicht also noch schnell das Treppenhaus fegen und bekomme dadurch mit, die unten links ziehen aus. Haben jetzt ein eigenes Haus. Mit Ende 20.  Frühvollendete also.

Mann ruft an, das mit dem geteilten Dienst sei gar nicht so, er sei ab 16 Uhr da und könne helfen. Das entlastet und entstresst ungemein. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Bin gerade echt nicht leistungfähig bei sowas derzeit.

14:00
Rosenkohl putzen (& in den Finger geschnitten); Feldsalat putzen (& in den Finger geschnitten); Silberzwiebeln schälen (hab‘ ich was verbrochen?, dafür nicht in den Finger geschnitten) – aber mit „Elite“ geht das ganz gut. Dann gleich danach Spätzleteig und ich bekomme fast einen Herzinfarkt, als mein Mann hinter mir steht.

16:00
Pilze vorbereiten, mein Mann nimmt sich dem Rehrücken an, löst das Fleisch aus, Kakasse kocht, ich schiebe den Teig über den Schaber und wasche dazwischen immer mal was ab. Kleine Planänderung, zum Feldsalat gibt es jetzt noch ein kleines Törtchen mit Ziegenkäse.

17:00
Für mich kurze Pause, der Mann macht den Pastateig, dass kann er definitv besser als ich und nicht nur weil er die stärkeren Handgelenke hat.

17:30
Feldsalat waschen, Soßen abschmecken, Geschirr planen. Mann darf Tisch decken, dass kann er in der Zwischenzeit wesentlich besser als ich.

18:00
Tja, was haben wir vergessen? Jetzt im Grunde nur noch Garnierungen vorbereiten, Töpfe planen, Zeiten durchgehen und anpassen.

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