12 – Heilige Gespräche. Wechselvoller Fortgang (753-771)

von Bert

Metaphysische Gespräche – Agathe war vor Hagauer schon mal verheiratet, aber schnell Witwe geworden – sie bestraft sich mit Hagauer – viele Erinnerungen an den ersten Mann – über das Wesen der Liebe und des Verliebtseins – über den Glauben

Eine vernünftige Askese besteht in der Abneigung gegen das Essen bei ständig gut unterhaltener Ernährung! (759)

Dieses Kapitel mutet so an, als hätte Musil mit einem neuen Roman begonnen, in dem Ulrich zwar auch vorkommt, dessen Protagonisten aber Agathe ist. Ein Kapitel dass sich diesem Lektüreprojekt entzieht und ich befürchte, dass wird immer mehr werden. Hier gibt es so gut wie keine Handlung, die man nacherzählen könnte, sondern ein reger Gedankenaustausch, der aber wiederum so komplex ist, dass eine Zusammenfassung Stunden brauchen würde, bis sie auf dem Papier wäre – mir zuviel Arbeit. Musil versucht – gerade am Ende des Kapitels, wo Ulrich quasi sein Glaubensbekenntnis ablegt – eine Vereinigung zwischen Mystik und Vernunft hinzubekommen, genau die beiden Pole zu vereinen, zwischen denen Ulrich (und seine Zeit) hin- und hergerissen ist. Die äußerte Kurzfassung ist dann das „Ich glaube also und glaube nicht!“ (770) von Ulrich.