14 – Neues bei Walter und Clarisse. Ein Schausteller und seine Zuschauer (780-792)

von Bert

Ulrich bei den Freunden – die haben Meingast (den verehrten Schriftsteller) für einige Zeit bei sich aufgenommen – sie schwärmen Ulrich eins vor – Ulrich zweifelt an diesem „Zarathustra“ – alle beobachten vom Zimmer aus einen fremden Mann draußen – ein Exhibitionist (wenn ich das richtig zwischen den Zeilen lese), der dann aber gestört wird und abzieht – Walter ist nicht ganz klar, wie Clarisse zu Meingast steht – ist argwöhnisch – der Exhibitionist findet dann doch noch ein Opfer, was schreiend wegrennt –

Besonders schöne Männerköpfe sind gewöhnlich dumm. (783)

Komisches Kapitel, steig ich nicht wirklich durch. Es ergeht sich in vielen Andeutungen und wenn ich als Aushilfsaugure einigermaßen richtig liege, geht es hier um Grenzüberschreitungen, die aber, wie das Beispiel des Exhibitionisten zeigt, irgendwie zweideutig ist. In seiner einfachen Form zeigt ein Exhibitionist (sind das eigentlich immer und ausschließlich Männer?*) halt unaufgefordert seinen Schwanz. OK, muss man nicht unbedingt mögen, aber gefährlich ist das nun auch wieder nicht – aber eben verboten. Aber scheinbar geht es hier um die Frage, wann Grenzen überschritten werden müssen, also ist diesem windigen Propheten Meingast nun doch zu glauben, der sich früher mal versucht an Clarisse zu vergehen. Und ist wiederum dieses Vergehen nicht vielleicht auch nur … Kurz beschrieben also: Grenzauslotungen.

* Es gibt auch weibliche Exhibitionistinnen – aber die gehen, weil es kein entsprechendes Gesetzt gibt, straffrei (!) aus, denn §183 StGB („Exhibitionistische Handlungen“ spricht ausdrücklich nur von Männer. Strafandrohung geht immerhin bis zu einem Jahr Haft.)