WMDEDGT 12/19 – # 508-512

von Bert

Wie an jedem 5ten. Alles weitere hier.

Um 4:01 bin ich das xte Mal schon wach und schau das erste Mal auf die Uhr. Eine Stunde später ist es aber trotzdem erst 4:15. Und so quäle ich mich bis 5:29, dann penne ich für 28 Minuten weg, denn um 5:58 geht der Wecker los. Küche – Bad – Küche – Zimmer – Küche – Bad – Küche – Straße, trotz genauer Planung verpasse ich um 6:27 den Bus und nehme dann halt 6:30 die Straßenbahn. Komischerweise kann ich mich dennoch schon um 6:45 einstechen. Schleppe die fünf Bilderrahmen für mein Büro in den dritten Stock, Koche Tee, mache den Rechner an, lese erstmal Zeitung, bis ich unsere Adressdatenbank etwas aufräume. Immerhin stehen jetzt Nachnamen unter Nachnamen. Ein Anfang ist gemacht. Der Hausmeister bring überraschend schnell Hammer und Nägel vorbei und ich haue nach dem Prinzip „Pi mal Daumen“ Nägel in die Wand. Keine zehn Minuten hängen die fünf Fotos aus Kario (siehe unten). 10:45 die erste Mail, dass die ersten Würste fertig werden, doch bin halte noch tapfer bis 11:50 durch. Runter in den Hof, der Personalrat hat zum Grillen eingeladen. Arschkalt, aber ne schöne halbe Stunde. Bisschen noch durchs Haus, bisschen noch Pseudoarbeiten, dann verlasse ich die Wirkungsstätte um 15:40, erwirsche gleich eine passende Straßenbahn und lasse mich zehn Minuten später auf das Abtenteuer ein, ob ich bis zur nächsten Straßenbahn alles auf den 100 Metern besorgen kann, was ich will: 6 Flaschen Wein, 1 Flasche Grappa (mit Beratung) (Laden 1), Brot (Laden 2), total verschimmelter Ziegenkäse und für mich weglaufender Camembert (mit Beratung) (Laden 3). Um 16:02 an der Haltestelle muss ich drei Minuten auf die nächste Bahn warten. 16:15 dann mal zu Hause und als erstes alles ausziehen und die Wohlfühlklamotten. Alles im Rahmen der Selbstfürsorge. Rest der Tageslektüre (Hegel-Biographie von Vieweg, hatte mir echt mehr versprochen) und Kleinigkeiten am Computer. 17:30 kommt der Mann überraschend früh nach Hause, stellt sich gleich in die Küche und brät Frühlingsrollen, die es dann um 18:10 gibt, er muss noch in Sport, ich haue mich dagegen mit den ersten Seiten Thukydides in die Badewanne. 20:36, das große Zappen beginnt, bis der Mann wieder da ist, dann herrscht strenges Fernsehregiment. 21:10, der Mann ist zurück und schaltet um, ich sitze aber derweil hinterm Rechner, ganz vergessen, dass ich ja noch für Verein 1 … dann zurück zu Mann und Glotze, 21:15 machen wir mal den Grappa auf, den ich heute mitgebracht habe und verkosten ihn mit einem anderen der nur 1/3 gekostet hat. Den billigeren beschreiben wir nach mehrfachen riechen und probieren als leinölig-nussig, der teure kommt dann auf erdbeer-vanille – wenn ich das so lese, würde ich beide nicht trinken wollen, aber der teure ist deutlich besser, runder und harmonischer, ohne dass er Schärfe vermissen lässt.

Wird fortgesetzt.