24 – Agathe ist wirklich da (892-899)

von Bert

Agathe ist bei Ulrich angekommen – erkundet das Haus – beide trinken Tee, sprechen über die Einrichtung – sie teilen sich die Zimmer auf – Ulrich freut sich irgendwie, dass seine Schwester da ist – beide fremdeln etwas – sie macht sich frisch und zeigt sich Ulrich nur in Wäsche

Wahrhaft schön finden kann man seine eigene Schwester nicht, es kann höchstens schmeicheln, daß sie anderen gefällt. (897)

Das Experiment beginnt. Beide sind auf das Zusammenleben neugierig, ist es für beide ja eine Neuheit. Andererseits wissen sie nicht so recht und müssen, schon beginnend bei der Aufteilung der Zimmer, improvisieren. Großes Gedankenhinundher, als Agathe aus dem Bad kommen will und nicht weiß, was jetzt schicklich ist. „Sie konnten die natürliche Folgewidrigkeit, die an der See fast die Nacktheit gestattet, im Zimmer aber den Saumweg am Rand von Hemd oder Höschen zum Schmuggelpfad der Romantik macht, beide einen Augenblick lang nicht von sich abstreifen“ (898). Sie geht dann doch in Unterwäsche durch den Raum, in dem Ulrich ist und bittet ihn sogar später, ihr mit dem Kleid zu helfen. Er nimmt ihren schönen Körper wahr. Beide erleben eine andere Form von Geschwisternähe.