WMDEDGT 1/20

von Bert

Wie an jedem 5ten. Alles weitere hier.

5:45 werde ich nach dem xten Alptraum wach und hab‘ auch gar nix dagegen, dass ich nicht mehr einschlafen kann. Analysiere die Mail von M. die mich gestern gekränkt hat und weiß aber noch immer nicht warum. Leiste mir den Luxus und gehe 6:35 pissen, damit ich noch bis 7:00 in aller Ruhe im Bett liegen kann. Dann mach ich mir einen Tee ohne Tee der dann doch nach Tee schmeckt, weil die Restbestände der Kanne den Weg ins Wasser gefunden haben, ziehe mich dann auch mal an, obwohl bis dahin Gäste mich hätten nackt in der Küche ‚entdecken‘ können (wenn sie denn aufgestanden wären) und bin pünktlich um 7:45 auf der Straßenbahn. 8:10 bin ich soweit eingerichtet und beginne den Dienst, der überraschenderweise mit einer Geschwindigkeit verfliegt, so dass ich noch hätte weiter machen können, als H. mich um 11:50 ablöst. Es kommt zu einem überraschend offenem, vertrauten Gespräch und wir geben uns gegenseitig ein wenig Halt. Duch den Niesel knapp 30 Minuten zu Fuß zurück. In der Zwischenzeit bin ich mir klar geworden, was mich an der Mail so gekränkt hat und formuliere Antworten. Merke bei der Analyse aber auch, dass ich die Möglichkeit habe, es mir schwer(er) zu machen oder leicht(er) – was eine positive Folge der Therapie ist – und beschließe dennoch M. erstmal noch ein bisschen unter moralischen Druck zu setzen. Die Alpträume habe ich auch durch die Analyse gemangelt und bin wenig überrascht über das Ergebnis – aber dass das alles soweit reicht … 12:50 stehe schon am Herd und brate schnell ein paar Semmelknödel von gestern ab und mache Pilze dazu. Kurzes Essen mit dem Mann, dann liege ich 13:15 schon wieder im Bett. Statt zu wichsen schlafe ich lieber und brauche eine Stunde später echt meine Zeit, um aus dem kommatösen Schlafen hervorzukommen. 14:30 am Rechner, M. bekommt ihre Mail und ich checke auf verschiedenen Portalen Bücher mit dem Ergebnis: Zwei brauche ich schon mal nicht zu kaufen und die anderen beiden dürfte das Darknet vorhalten. Der Mann taucht auch aus seinem Mittagsschlaf auf und so gibt es um 15:10 Tee und Duplo. Der Mann muss noch arbeiten, so dass ich ab 16:05 mich uneingeschränkt der Lektüre von „Middelmarch“ widmen kann. 18:00 brennen die Augen – schon wieder zu wenig getropft – und ich verlinke schnell den Artikel hier. Dann vor den Fernseher, aber das Programm scheint durcheinander gekommen zu sein. 19:00 kochen breite Nudeln auf dem Herd, das Gulasch von gestern simmert auch so vor sich hin und als ich esse zu zappe kommt doch noch die Lindenstraße, eine kombinierte Weihnachts- und Sylvesterausgabe zum 5. Januar. Deutliche Zeichen, dass die Serie untergeht. 20:00 traditionell die Nachrichten und  mir fällt nichts mehr zu diesem Kriegstreiber Trump ein. Er ist die derzeit größte politische Pest. 20:15 natürlich Tatort, auch wenn mit „Tschiller“ – aber der lässt sich interessanterweise irgendwie ganz amüsant an.