29 – Professor Hagauer greift zur Feder (945-953)

von Bert

Hagauer realisert erst mit der Zeit, dass Agathe nicht mehr da ist – willigt erstmal nicht in die Scheidung ein – schreibt Agathe einen Brief

Es ist bekannt, daß ein männliches Wesen, solange es noch zeugungsfähig ist, kurze Pausen der Ehe ähnlich empfindet, wie wenn ein leichtes Joch von ihm abgenommen würde, auch wenn es gar keine bösen Ausführungen damit verbindet und nach Ablauf der Erholung erfrischt sein Glück wieder auf sich nimmt. (947)

Romanökonomisch macht man so etwas, wie Musil es hier tut, schon ewig nicht mehr. Selbst Thomas Mann hätte sich hier zurückgenommen. Denn wie es der Seitenfigur Hagauer (er)geht steht nicht gerade im Zentrum des Interesses. Aber dennoch zeichnet Musil ihn mit wenigen Strichen auf wenigen Seiten – und das muss ihm erstmal jemand nachmachen. Schreiben konnte er, wenn es auch mit der Ökonomie nicht wirklich dann geklappt hat.