In der Straßenbahn

von Bert

Neben und vor mir zwei Jungstudierende, männlich und weiblich, christlich angehaucht und gerade im Bekenntnismodus („Sowas kann ich halt nur mit Dir, da fühle ich mich halt so wohl, weißt du? So eher zuhause“). Zwei Haltestellen weiter steigt ein Kommilitone etwas weiter hinten in die Staßenbahn ein. Beide fänden es richtig gut, wenn er sich aber zu ihnen setzen würde. Also was machen sie? Genau, sie zücken ihre Handys und versuchen ihn auf sämtlichen Kanälen, die solch Jungstudierende haben (SMS, Whatsupp, FB, Insta, Anruf, …), zu erreichen – erfolglos. Dann versuchen sie es mit Gedankenübertragung und sind sich sicher, dass, wenn sie ihn nur intensiv genug anschauen, er sie auch bemerken würde. Aber auch dieser Glaube versetzt weder Berg noch den Kommilitionen. Nach ca. zehn Haltestellen kommt zumindest er auf den Gedanken, man könnte ja auch rufen – findet sie aber „echt nicht gut“ und eine Haltestelle weiter, wieder er, man könne ja hingehen. Lohnt dann aber nicht, weil sie an der nächsten Haltestelle gemeinsam aussteigen.