Durch die Zeit

Monat: Februar, 2020

Scarlett, du Zicke!

Es ist Jahre her, dass ich mal so zeitintensiv einen Roman lesen konnte. Und auch wenn „Vom Winde verweht“ echt Längen hat, aber die Abfolge der Ereignisse sind verdammt gut konstruiert und die Dialoge zwischen Scarlett und Rhett sind von einer Modernität, die mich sehr überrascht und mich nahezu begeistern.

Scarlett ist wohl die charaktermieseste Protagonistin eines modernen Romans, eitel bis zum dorthinaus und nur auf ihre eigenen Vorteile bedacht. Rhett kommt als moderner Graf von Monte Christo dagegen recht gut weg, auch wenn er ein schwanzgesteuerter Kapitalist ist.

Ich habe gute Chancen, wenn ich nicht schwächel, dass ich bis Sonntag fertig werde mit den 1.300 Seiten – und dann freue ich mich auf den Film, während dem ich wohl die ganze Zeit stammeln werde: „Aber im Buch ist das irgendwie ganz anders …“.

Qualität hat halt seinen Preis (?)

Vor Monaten mal so eine „Uhr“ gekauft, die auch Schritte zählt. (Auch den Puls misst, aber da hatte ich nach wenigen Tagen schon große Bedenken, dass ich immer eine Puls zwischen 62 und 64 habe.) Bis dahin hatte ich ein Teil, dass ich mir in die Hosentasche steckte und was dann eben auch die Schrittanzahl anzeigte. Was ich – blöderweise – nie gemacht habe, beide gleichzeitig mal zu nutzen.

Gestern spazieren gewesen und der Zähler zeigte gut 13.500 Schritte.
Heute den gleichen Weg gegangen und die Runde um knapp zwei Kilometer verlängert. Schrittzahl: gut 10.100.

Lag das daran, dass ich vorgestern lange die Hand in der Hosentasche hatte? Lag das daran, dass ich heute schneller unterwegs war? Lag das dran, dass es heute regnete?

Jedenfalls wieder eine Illusion ärmer

Ich üb‘ schon mal

Mich für die nächsten Tage in einen Kurort zurückgezogen. Um zu lesen, zu saunen, zu schlafen, allein zu sein, Ruhe zu haben, abgeschieden zu sein … ich brauch das immer mal.

Der kleine Ort ist voller Reha-Kliniken – und mein Jahresziel ist ja, dass ich dieses Jahr in Reha komme.

So ein bisschen zweifel ich an dieser Idee. Denn wenn ich mich so auf der Straße so umschaue: nur Läden für Frauen, die höchste Apothekendichte, die ich je erlebt habe und FußgängerInnen, die wohl alles was genommen haben, weil sie nur in Zeitlupe über die Straße schlurfen. Lebendig ist irgendwie anders.

Andererseits: Weil alles so unlebendig ist, kann ich in vollen Zügen in Margert Mitchells „Vom Winde verweht“ abtauchen. Da ich den Film nie gesehen habe … und gerade die erste deutsche komplette Übersetzung erschienen ist … und ich einen Buchgutschein hatte. Manchmal fügt es sich eben.

*flash*

Ich weiß echt nicht, vor wie viel Jahren mit E. seine beiden Blitze ausgeliehen hat. Also nicht so Poppeldinger, die man auf die Kamera steckt, schon ne Ecke besser, denn man braucht dafür nen Stativ. Blitzen mit 180 V – das kann also sehr hell werden, reinschauen ist so gar nicht empfehlenswert.

Statt nackte Männer müssen gerade Lilien herhalten, die ich einfach mal komplett versuche zu überblitzen, um dann noch ein bisschen in PS nachzuziehen.

Bei der dritten Reihe ist heute das passiert, worauf ich seit Jahren im Grunde schon warte. Einer Birne war es jetzt doch zu viel und sie hat ihren Geist aufgegeben. Sieht jedenfalls arg schwarz aus und so ein Draht in der Birne hängt auch kaputt nach unten. Aber blitzen tut’s noch – auch wenn das nach meinen Verständnis ummöglich ist.

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Abspannung

Morgens Prüfungen. Ich geb hier einfach mal zu, dass es schon mal ganz schön war, in der Mitte der beiden Prüferkollegen zu sitzen und quasi den Vorsitz zu haben. Hab‘ heute auch ein ganz neues Prüfungsfragenset ausprobiert, was sich für mich dadurch auszeichnet, dass ich eine Frage nach der anderen aus den Antworten des Prüflings ableiten kann (auch wenn die Anwort falsch ist) und ich eine Mischung aus harten , langweiligen Fakten habe wie auch ‚weiche‘ Fragen, bei denen der Prüfling zeigen muss, ob er kapiert hat, warum er was wie macht.

Am späten Nachmittag noch Dienst. Überraschend vier recht anstrengende und herausfordernde Gespräch. Beim letzten sind mir dann danach die Tränen gekommen, war etwas arg nah an meinem Thema. Aber dennoch alles gut.

Ende Gelände jetzt – waren irgendwie sechs anstrengede Wochen bisher und es ist einfach gut, dass ich nächste Woche Urlaub habe (um einen Teil des Resturlaubs zu verballern) und mit mir in einen Leseurlaub fahre (wo ich dann auch nackt in der Sauna sitzen kann).

Großverdiener?

  • Anfrage 1: Texte schreiben für nen Pralinenmacher mit Einstellen auf HP.
  • Anfrage 2: Texte Korrektur lesen für HP eines Reisebüros.

Intervision

Erste Intervision der Mediationsausbildung. Ist nichts anderes als eine Arbeitsgruppe, die dann eben ohne Leitung arbeitet.

Es ergibt sich ohne mein Zutun, dass N. und ich nun zum 3. Mal gemeinsam die Mediator/-innen geben. Der Konflikt ist ein echter und wir haben echt Mühe, uns da durchzuarbeiten. Auch wenn wir eher unzufrieden sind, sind die Rückmeldung überraschend gut. N. und ich setzen uns halt nach wie vor zu viel unter Druck.

Auffallend aber auch, wie wir ein Gefühl für einander bekommen, wer wann am Besten das Wort führt. Mag das Arbeiten mit ihr wirklich sehr.

GT (38)

So gar keine Lust heute. Das Einzel für morgen musste ich auch noch absagen. Dafür nächste Woche frei. Und ich wußte, warum ich keine Lust hatte, denn als H. mit seinem Thema anfängt ist mir schon echt alles zu viel, zu schwer, zu mächtig. J. setzt dann noch eins drauf – ich hatte größte Lust, einfach zu gehen.

Blöderweise bin ich dann gleich dran. Ich hab‘ mir ja vorgenommen, nicht mehr so sehr über meine Empfindlichkeiten zu berichten sondern über die Dinge, an denen ich arbeite oder die mir im Zusammenhang mit dem Thema aufgefallen sind. Und so erzähle ich u.a. von der Szene gestern, als ich in einer Runde fast mit meinem Thema einfach so herausgekommen wäre, weil es da einen einfachen Anknüpfungspunkt gegeben hätte. Ich Nachhinein hatte ich mich dann auch etwas geärgert, es nicht getan zu haben. Der Psychdoc sieht es, wie ich, als positiv, ein weiterer Schritt zur Entabuisierung.

Auffallend, dass ich die Runde zum Lachen bringe. Scheinbar habe ich da eine kleine Gabe dafür, die mir erst in letzter Zeit bewußt wird. Zurück zum Klassen-Clown?

Wie geht es Euch damit? Wo eine Frage aufhört, fängt da auch immer gleich die nächste an?

# 501 – schade, dass ihr nichts riechen könnt

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Zehn Minuten und Thomas Bernhard

  • So, jetzt ist es raus. M. verlässt die Abteilung (bzw. wird verlassen – so genau klar ist das nicht). Die Art und Weise, wie die oberste Führung mit ihm umgegangen ist, war definitiv nicht in Ordnung. Aber das er jetzt uns tritt, ist auch nicht gerade so ganz OK.
  • Ich liebe Thomas Bernhard (falls das jemand noch nicht wissen sollte): „Wir haben das Alter erreicht, in welchem wir selbst der Beweis sind für alles, was uns zu  unseren Lebzeiten zugestoßen ist.“ (Der Keller)
  • Ich bin gerade etwas froh, dass ich einigermaßen in Balance bin.
  • Jetzt stehe ich schon zehn Minuten früher als sonst auf, verpasse aber dennoch immer die eine Straßenbahn, die ich haben will. Wo, bitte schön, verschwinden diese zehn Minuten?
AISTHESIS

Texte zur Ästhetik, Philosophie und Kunstkritik sowie vermischte Bemerkungen

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