Proust (13)

von Bert

Ein Sonntag. Tante Leonie, hypochondrisch*, tratscht mit Françoise während sie auf Eulalie wartet – die mit dem Pfarrer im Schlepptau kommt, der sich sehr gerne reden hört. Er ergeht sich lobend über die Kirche und verschiedene Namens-Etymologien. Françoise beäugt, ohne neidisch zu sein, argwöhnisch, dass Eulalie etwas Geld für die Besuche bekommt: »damit Sie mich nicht in Ihren Gebeten vergessen». (1.157) Über den Alltagstrott mit Ausnahmen an Samstagen, da gibt es das Mittagessen eine Stunde früher.

* »Und während sie sich eilig auf ein in violetten Samt gebundenes, goldbeschlagenes Meßbuch stürzte, aus dem sie in ihrer Hast die mit Spitzenrand versehenen Bilder aus vergilbtem Papier herausflattern ließ, die die Festtage markierten, begann meine Tante, während sie ihre Tropfen zu sich nahm, so schnell sie konnte, die heiligen Worte zu lesen, deren Sinn ihr durch die Ungewißheit darüber, ob das so lange nach dem Vichywasser eingenommene Pepsin dieses noch erreichen und weiterbefördern werde, leicht verdunkelt wurde.« (1.151)