Proust (26)

von Bert

Odette ist – nicht nur in kulturellen Dingen – etwas einfach gestrickt. Dennoch lernt Swann an den Dingen, die sie liebt, Gefallen zu finden. Er fühlt sich im ›kleinen Kreis‹ sehr wohl, genießt die »Großherzigkeit« (1.361), auch wenn es nicht ganz sein »Milieu« (1.360) ist. Doch der Graf von Forcheville, ein Neuer, läuft ihm – in den Augen der Verdurins wohlgemerkt – den Rang ab und Swann fällt in Ungnade.

»Was die anmaßenden und vulgären Reden, die der Maler an gewissen Tagen vom Stapel ließ, und die Stammtischwitze Cottards anbetraf, für die Swann, der die beiden gern mochte, zwar leicht Entschuldigungen fand, denen Beifall zu spenden er jedoch weder das Herz noch das Maß an Heuchelei besaß, so gestattete dagegen Forchevilles intellektuelles Niveau, von den ersteren, ohne sie übrigens zu verstehen, überwältigt und zur Bewunderung hingerissen zu sein, und sich an den anderen zu ergötzen.« (1.364)