Proust (41)

von Bert

Weiteres über die Sehnsucht nach anderen Orten. Die Familie plant sogar mit dem jungen Marcel an Ostern nach Venedig und Florenz zu reisen. Der erlebt eine »Entselbstung« (1.567) und ist – als »Nervöse Natur« (1.564) – vor der Reise so aufgeregt, dass er krank wird und sie abgesagt werden muss. Stattdessen nun in Begleitung von Françoise langweilige Spaziergänge in den Anlagen der Champs-Élysées. Dort fällt ihm eines Tags ein Mädchen mit rotblondem Haar auf: Gilberte! Die Sehnsucht hat einen weiteren Namen.

»In diesem Monat nun – wo ich wie eine Melodie, deren man niemals müde wird, die Bilder von Florenz, Venedig und Pisa immer wieder in mir aufsteigen ließ, jener Stätten, nach denen ich mich in einer Weise sehnte, daß das Verlangen nach ihnen so persönlich wie die Liebe, die Liebe zu einem Menschen war – gab ich den Glauben nicht auf, sie entsprächen einer von mir unabhängigen Wirklichkeit, und lebte dank ihnen in einem so schönen Zustand der Hoffnung, wie sie die ersten Christen in Erwartung ihres Eintritts ins Paradies in sich genährt haben mögen.« (1.564)