Proust (42)

von Bert

Marcel mutiert zum Wetterbeobachter, denn nur wenn das Wetter gut ist darf er in die Champs-Élyées-Anlagen, wo er dann – vielleicht! – Gilberte treffen und mit ihr spielen kann. Erstes Liebesglück, erstes Liebesleid. Von der Angst, das Aussehen der geliebten Person zu vergessen. Marcel, ein wenig ambivalent, hätte gerne, dass Gilberte ihm ihre Liebe gesteht – er gesteht seine ihr gegenüber aber auch nicht. Immerhin macht man sich (kleine) Geschenke.

»Wenn ich aber auf den Champs-Élysées ankam – wo ich nun zunächst einmal meine Liebe, um die erforderlichen Korrekturen daran anzubringen, mit ihrem lebendigen, außer mir existierenden Objekt konfrontieren konnte – und mich in Gegenwart jener Gilberte Swann befand, auf deren Anblick ich gerechnet hatte, um die Bilder aufzufrischen, die mein ermüdetes Erinnerungsvermögen nicht mehr selbst in sich fand, jener Gilberte Swann, mit der ich gestern gespielt hatte und die mich ein so blinder Instinkt begrüßen und wiedererkennen hieß wie der, der beim Gehen unseren einen Fuß vor den anderen schiebt, noch ehe wir überhaupt darüber nachdenken können, vollzog sich auf einmal alles so, als wären sie und das Mädchen, das der Gegenstand meiner Träume war, zwei verschiedene Wesen.« (1.578f)