Proust (53)

von Bert

Marcel, vom Neujahrstag bitter enttäuscht, sehnt sich nach Gilberte und hat Angst, die Erinnerung an ihr Gesicht zu verlieren. »Endlich kam sie« (2.92) und man nimmt die Spiele wieder auf. Er möchte auch bei ihren Eltern Eindruck machen und schreibt Swann einen sechzehnseitigen (!) Brief – der so gar nicht gut ankommt. Als Gilberte ihm den Brief zurückgeben will, kommt es zu einer Rangelei zwischen den beiden »und in der Hitze des Spiels … strömte genauso wie ein paar Schweißtropfen, die die Anstrengung einem entlockt, meine Lust aus mir, ohne daß ich auch nur Zeit gehabt hätte, sie richtig auszukosten.« (2.98)

»Das Suchende, Angstvolle, Fordernde, mit dem wir den geliebten Menschen anschauen, unser Warten auf das Wort, das uns die Hoffnung auf ein Wiedersehen am folgenden Tag schenken oder rauben wird, und, bis dieses Wort gefallen ist, die abwechselnde, wenn nicht gar gleichzeitige Vorstellung von Freude und Verzweiflung, all das versetzt unsere Aufmerksamkeit, solange wir uns in Gegenwart des geliebten Wesens befinden, mit zuviel Unruhe, als daß sie ein deutliches Bild von ihm festhalten könnte.« (2.91)