Proust (54)

von Bert

Marcel ist von Gilberte nahezu besessen, dass er auch krank sich in den Park schleppt. Zurück kommt er mit einer veritablen Lungenentzündung und Erstickungsanfällen, die man mit »Bier, Champagner oder Cognac« (2.101) zu begegnen sucht. Betrachtungen über die Hypochondrie. Erst Cottards Kur – »Reichlich drastische Abführmittel, ein paar Tage lang Milch, nichts als Milch. Kein Fleisch, kein Alkohol« (2.103f) – wirkt. Der Lohn ist ein Brief von Gilberte, die ihn zum Tee einlädt. Den hätte Marcel aber nie bekommen, hätte Cottard einer Lüge Blochs nicht geglaubt und sich für den kranken Jungen eingesetzt. »So lernte ich nun diese Wohnung kennen …« (2.110)

»Im übrigen gilt für alle Ereignisse, die im Leben und in seinen widerspruchsvollen Situationen sich auf die Liebe beziehen, daß man sie am besten gar nicht zu verstehen versucht, da sie in allem, was sie an Unerbittlichem und Unverhofftem an sich haben, eher magischen als rationalen Gesetzen zu gehorchen scheinen.« (2.108)