Proust (75)

von Bert

Marcel darf nicht – auf Anraten des Arztes – »den ganzen Tag bei großer Hitze am Strand in der Sonne« (2.398) sein. Die Marquise de Villeparisis bietet an, ihn und die Großmutter auf Spazierfahrten mitzunehmen. Das freut ihn, man plaudert über Künste und Künstler, sogar über Politik und ist erstaunt, »um wieviel ›liberaler‹ sie war als größtenteils die Bourgeoisie« (2.406). Man fährt auch an Geschöpfen vorbei »die wie natürliche Blüten eines so schönen Tages und doch nicht wie die Blumen der Felder sind« (2.409), kurz Marcel sehnt sich nach weiblicher Bekanntschaft.

Und wenn ich auch jetzt, wo ich leidend war und niemals allein ausging, sie [die Mädchen] nicht würde besitzen können, war ich dennoch glücklich wie ein im Gefängnis oder Hospital auf die Welt gekommenes Kind, das lange Zeit gemeint hat, der menschliche Organismus vertrage nur trockenes Brot oder Medikamente, und das dann plötzlich erfährt, Pfirsiche, Aprikosen, Trauben seien nicht nur eine Zierde der Landschaft, sondern köstliche und bekömmliche Nahrungsmittel. (2.409)