Proust (89)

von Bert

Die Großmutter wundert sich, warum Marcel nicht gleich zu Elstir ins Atelier eilt, sondern aufgehübscht Stund‘ um Stund‘ auf der Promenade und am Strand unterwegs ist. Er hält nach wie vor Ausschau nach der Mädchenschar – und kann erste Sichtungserfolge verbuchen. Dann doch im Atelier von Elstir, ausführliche Beschreibung seiner Bilder, die sich dadurch auszeichnen, dass sie Grenzlinien verwischen, wie bspw. die zwischen Strand und Meer, Meer und Himmel [vgl. Gemälde von William Turner, der hier Pate stand].

Natürlich standen jetzt in seinem Atelier fast nur hier in Balbec gemalte Seestücke. Sie verhalfen mir jedoch zur Erkenntnis, daß ihr Reiz in einer Art Metamorphose der dargestellten Dinge bestand, entsprechend derjenigen, die man in der Poesie als Metapher bezeichnet, und wenn Gottvater die Dinge schuf, indem er sie benannte, so schuf Elstir sie von neuem, indem er ihnen ihren Namen entzog oder ihnen einen anderen gab. Die Namen, mit denen die Dinge bezeichnet werden, entsprechend immer verstandesmäßigen Begriffen, die unsern wahren Eindrücken fernstehen und uns zwingen, von ihnen all das fortzulassen, was sich nicht auf diese Begriffe bezieht. (2.589)