Proust (112)

von Bert

Robert hat Stress mit seiner Geliebten. »Er durchlitt, ohne einen einzigen auszulassen, im voraus alle Schmerzen eines endgültigen Bruchs …« (3.168). Über die Macht des Schweigens. Robert wird wegen des Streites an Weihnachten nicht in Paris sein und kann so Marcel auch nicht der Herzogin vorstellen. Ob Robert dann wenigsten die Herzogin fragen könne, ob er bei ihr ihr Gemälde von Elstir anschauen dürfe? »Natürlich, da kann ich für sie garantieren« (3.174) ist die Antwort und Marcel, vergessend, dass man sich ja bereits duzt: »Robert, wie ich sie mag« (ebd.).

Man sagt, Schweigen sei eine Macht; in einem ganz anderen Sinne stellt es sogar eine furchtbare Macht in den Händen derjenigen dar, die geliebt werden. Es steigert die Beängstigung des Wartenden. Nichts lädt so sehr dazu ein, sich einem Wesen zu nähern, als gerade das, was einen von ihm trennt, und welche unüberschreitbarere Barriere gibt es als das Schweigen? (3.167)