Proust (116)

von Bert

Obwohl sie im gleichen Haus wohnen, geht die Großmutter, warum auch immer, Madame de Villeparisis nicht besuchen. Madame Sazerat schneidet als Dreyfus-Anhängerin Marcels Vater, den sie – etwas zu Unrecht –  als »Helfershelfer des Unrechts« (3.210) hält. Robert will kommen und mit seiner Freundin und Marcel essen gehen. Letzteres wünscht sich das Restaurant, in dem derzeit der Oberkellner aus Balbec arbeitet. Zufällig trifft er nach langer Zeit mal wieder den Schriftsteller Legrandin, der ihm ein Ohr abkaut. Zusammen mit Robert aufs Land zur Freundin, die, so Robert, »nach ihrem Äußeren … nichts Besonderes« (3.126) ist. Er ist sich auch nicht sicher, ob sie ihn liebt, hat aber ein Kollier für 30.000 Francs gekauft.

Meine Mutter, die zwischen der Liebe zu meinem Vater und der Hoffnung, ich sei intelligent, hin- und herschwankte, verharrte in einer Unentschiedenheit, die sie in Schweigen übersetzte.  (3.210)