Proust (122)

von Bert

Marcel beleidigt den Schwätzer Legrandin unbeabsichtigt. Ausschweifende, bewundernde Betrachtung und weitere Vorstellung der Herzogin von Guermantes mit ihren Macken. So lädt sie nur Frauen zu sich ein – mit Ausnahmen natürlich – und spricht, wenn sie einen Dichter oder einen Wissenschaftler zu Gast hat, dann mit diesen sicher nicht über deren Profession / Beruf / Können. Die Herzogin und Madame de Villeparisis ziehen – noch ein wenig – über die dicke, froschähnliche Königen von Schweden her: »… aber in diesem Falle ist es dem Frosch gelungen, so fett zu werden wie der Ochse.« (3.293)

Madame de Guermantes hatte sich gesetzt. Da ihr Name mit ihrem Titel verbunden war, fügte er ihrer realen Person das Herzogtum hinzu, das sich um sie herum abzeichnete, und ließ inmitten des Salons im Umkreis des Puffsessels, wo sie sich befand, die schattige, goldene Kühle der Wälder von Guermantes herrschen. Mich wunderte nur, diese Ähnlichkeit nicht deutlicher auf dem Gesicht der Herzogin zu lesen, das nichts Pflanzliches an sich hatte und in dem höchstens die geplatzten Äderchen der Wangen – die, so schien es mir, der Name Guermantes mit seinem Wappen hätte schmücken müssen – als eine Folge, nicht aber als Bild von langen Ausritten im Freien gelten konnten. (3.284)