Proust (127)

von Bert

Bloch fällt unangenehm auf und erhält einen äußerst kalten Abschied. Ihn ersetzt die Vicomtesse von Marsantes, niemand anderes als Roberts Mutter (und die Schwester des Herzogs von Guermantes). Sie ist »ein höheres Wesen von engelhafter Güte und Ergebenheit« (3.349), wenn auch keine Schönheit. Allgemeines Geplauder und Gelüge bis – völlig überraschend – Robert kommt. Der stellt – endlich! – Marcel der Herzogin von Guermantes vor. Die reagiert distanziert-kühl, ein Gespräch will nicht in Gang kommen. Auftritt des deutschen Premierministers, es ist der Fürst Faffenheim-Münsterburg-Weinigen. Der hat Ambitionen auf einen Sitz in der Akademie, aber Norpois ist auf diesem Ohr taub.

Sie [die Herzogin von Guermantes] ließ das Licht ihres blauen Blicks auf mich niederfallen, zögerte einen Augenblick, entrollte den Stengel ihres Arms, um ihn auszustrecken, und neigte ihren Körper, der gleich wieder in die aufrechte Stellung zurückschnellte wie ein Strauch, den man niedergebogen hat und der, wenn man ihn losläßt, in seine natürliche Lage zurückkehrt. So verhielt sie sich unter dem Blitzen der Blicke Saint-Loups, der sie beobachtete und aus der Distanz verzweifelte Versuche machte, um von seiner Tante noch etwas mehr zu erreichen. (3.335f)