Proust (129)

von Bert

Marcel begrüßt Madame Swann und den (gerne mal aufbrausenden) Baron de Charlus – die etwas eisig reagieren. Später steckt Madame Swann ihm, dass Norpois über ihn verlauten ließ, er sei »ein nahezu hysterischer Schmeichler« (3.380). Im Gegenzug stellt die Mutter von Robert de Saint-Loup Marcel dem Fürsten vor und bekommt von Robert danach zu hören, dass sich die Herzogin bei Robert beschwert hätte, »ob du [gemeint ist Marcel] nicht etwas gegen sie hast« (3.386). Man sieht, ein glitschiges Parkett. Zu Krönung meint Baron de Charlus, als Robert Marcel in ein Zimmer winkt, er wolle gehen und bittet ihn, ihn doch mal zu besuchen.

Alle unsere Handlungen, Worte und Verhaltensweisen sind von der »Welt«, von den Menschen, die nicht unmittelbar Zeugen davon waren, durch ein Medium getrennt, dessen Durchlässigkeit unendlich variabel ist und uns unbekannt bleibt; ich wußte zwar aus Erfahrung, daß diese oder jene wichtigen Dinge, die wir sehr gern verbreitet gesehen hätten (…), auf der Stelle unter den Scheffel gestellt wurden, oft gerade wegen unseres Wunsches; wie viel weiter aber war ich deshalb davon entfernt anzunehmen, ein winziges Wörtchen, das wir selbst vergessen, ja niemals ausgesprochen haben, das unterwegs durch die unvollkommene Refraktion eines anderen Wortes entstanden ist, könne unaufhaltsam über unendliche Distanzen (…) weitergetragen werden, um auf unsere Kosten das Mahl der Götter zu ergötzen. (3.380f)