Proust (144)

von Bert

In Marcel kommen Erinnerungsfetzen hoch, die er aber nicht richtig zu fassen weiß und so »fand ich mich in der Sphäre der Freundschaft zurückversetzt« (3.559). Durch dichten Nebel fahren sie in ein Restaurant, Marcel muss alleine eintreten – Robert bezahlt den Kutscher – und erhält nur einen äußerst schlechten Platz »gegenüber die den Israeliten vorbehaltene Tür« (3.564). Ausführliche Betrachtungen über den Fürsten von Foix mit seinen zwölf bis fünfzehn Freunden, die alle um die wenigen reichen Frauen buhlen und sich ansonsten snobistisch-überheblich benehmen und sich für unsterblich halten – wie man halt mit zwanzig so ist.

Sie [Fürst Foix und seine Freunde] hofften sich durch das bekannte Mittel der »reichen Heirat«, des »schweren Sacks«, wie man auch sagt, aus der Affäre zu ziehen; da aber die großen Mitgiften, nach denen sie trachteten, nur vier oder fünf an der Zahl waren, richteten insgeheim mehrere ihre Geschütze auf die gleiche Braut. Ihr Geheimnis war so gut gewahrt, daß, wenn einer von ihnen mit den Worten das Kaffeehaus betrat: »Ihr Lieben, Teuern steht meinem Herzen zu nah, als daß ich euch meine Verlobung mit Mademoiselle d’Ambresac vorenthalten möchte«, von allen Seiten Zurufe kamen, darunter eine Anzahl aus dem Munde derjenigen, die geglaubt hatten, die Sache selbst bereits in der Tasche zu haben, und nun nicht genügend Kaltblütigkeit besaßen, um im ersten Augenblick einen Schrei der Wut und Bestürzung unterdrücken zu können. »Ja, macht dir denn das Heiraten wirklich Spaß, Bibi?« konnte der Fürst von Châtellerault dann nicht sich enthalten zu fragen, während er in seiner Verwunderung und Verzweiflung die Gabel aus den Händen verlor, denn er hatte gemeint, die Verlobung von Mademoiselle d’Ambresac werde zwar demnächst publik sein, aber mit ihm, Châtellerault. (3.566f)