Durch die Zeit

Mal kurz eben

Kurz nach halb neun läutet das Telefon. Ein Herr S. will von mir wissen, ob ich »da« sei. Da ich am Telefon bin, ist leugnen schwer – außerdem ist er Mitarbeiter am Landgericht. Ich möge mich doch bitte als Ersatzschöffe aufmachen, die Verhandlung begänne umd 9 Uhr, drei Berufungsverhandlungen, ein Tag am Gericht.

Ich, der gehorsame Bürger, packe meine Sachen und fahre los – ist ja eh nicht weit. Auf dem Weg dorthin nochmals Herr S., er hätte sich getäuscht, es sein ein andere Saal, eine Berufungsverhandlung und auf zwei Tage angesetzt.

Mit der Mitschöffin langes Warten auf die Vorsitzende Richterin, die auch fünf Minuten zu spät erscheint. Sie kündigt an, dass es jetzt erst zu einem Rechtsgespräch kommen würde was entscheidend sei, ob die Berufungsverhandlung überhaupt stattfindet. Zwei Stunden später haben sich alle Verfahrensbeteilgten geeinigt, den Haftbefehl unter einer langen Latte von Auflagen auszusetzen.

Wenig spannend das Ganze – im Saal zudem echt kalt und daher ungemütlich.

Proust (150)

Proust kann nicht genug vom Adel und ihren Salons bekommen. Beschreibung der Hinterhältigkeiten der Teilnehmenden, um selber im besseren Licht dazustehen, während andere diskreditiert werden. Darüber, dass der einmal gewonnene Stand durch harte und hinterlistige Kämpfe erhalten werden muss. Analogien zur Politik. Geheimnis des Erfolges des Herzog und der Herzogin von Guermantes – sie sind Verbündete, nicht Verliebte. Das bekannte Lied von Sein und Schein.

Die Wandlungen im Urteil der Herzogin machten vor niemandem halt, ausgenommen vor ihrem Mann. Er allein hatte sie niemals geliebt; in ihm hatte sie immer einen eisernen Charakter gespürt, der ihre Launen nicht beachtete und ihre Schönheit übersah, brutal und von jenem unbeugsamen Willen beseelt, unter dessen Gesetz nervöse Menschen allein Ruhe finden können. Monsieur de Guermantes dagegen, der immer einem gleichen Typ weiblicher Schönheit nachjagte, ihn aber in häufig wechselnden Geliebten suchte, hatte, sobald er wieder eine verlassen, immer nur eine einzige, stets gleichbleibende Verbündete, mit der er sich über die Verlassene lustig machen konnte: eine Verbündete, die ihn oft durch ihr Geschwätz reizte, von der er aber wußte, daß alle sie für die schönste, tugendhafteste, gescheiteste, gebildetste Frau der Aristokratie hielten, für eine Frau, die er, Monsieur de Guermantes, sich glücklich schätzen könne, gefunden zu haben, die alle seine Unregelmäßigkeiten deckte, wie niemand sonst zu empfangen verstand und ihrem Salon den Ruf erhielt, der erste des Faubourg Saint-Germain zu sein. (3.661)

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