Proust (153)

von Bert

Weiter geht’s mit dem Literaten-Bashing, nun ist Émilie Zola dran: »Er ist der Homer der Kloake!« (3.699). Bei »Spargeln mit Mousseline« (3. 701) steht dann der Maler Elstir im Zentrum – der kommt besser weg, da die Aussagen entweder von »Koketterie« (3.703) oder von »Eitelkeit« (ebd.) geprägt sind, was schlichtweg daran liegt, dass Elstir Oriane porträtiert hat. Ausführungen über Spargel und Eier, insbesondere »verfaulte Ortolaneneier« (3.705) aus der chinesischen Provinz Kanton. Oriane dazu: »Ich finde ein Land entzückend, in dem man ganz sicher gehen will, daß der Milchhändler einem auch wirklich gründlich verfaulte Eier verkauft« (3.706)

»Aber Zola ist doch kein Realist, er ist ein Dichter!« sagte Madame de Guermantes, die sich an den kritischen Studien inspirierte, die sie im Laufe der letzten Jahre gelesen und ihrer persönlichen Denkform angepaßt hatte. Bis hierher hatte die Prinzessin von Parma in dem für ihre Verhältnisse bewegten Bad von Geist, das sie an diesem Abend nahm und von dem sie sich eine besonders heilkräftige Wirkung versprach, angenehm geplätschert, indem sie sich von den Paradoxen tragen ließ, die eines nach dem anderen anbrandeten; vor diesem letzten aber, das enormer als die anderen war, wich sie aus Furcht, umgeworfen zu werden, mit einem Sprung zurück. Mit stockender Stimme, als ob ihr der Atem versage, stieß sie nur die Worte hervor:
»Zola ein Dichter!« (3.699)