Proust (155)

von Bert

Nun plaudert man über Pflanzen und deren Bestäubung (was für den wissenden Proust-Lesenden natürlich ein Hinweis auf den nächsten Band ist), Möbel, den Sohn von Madame de Chevreuse; Beethoven, Manet, der Tante des Zaren, Kaiser Wilhelm, Holland, Frans Hals, Elstir, »Arschälogen« (3.737). anglo-französische Annäherung, englisches Königshaus, Monsieur de Norpois, Fürst von Guermantes, u.v.a.m. Aber das, was sich in der Aufzählung eher langweilig anhört, ist einfach so gut gemacht, fließend und leicht, sarkastisch und entlarvend, komisch und einfühlsam, konkret und schwammig … kurz: ein Stück echt guter Literatur.

»Der Sohn [von Madame de Chevreuse] ist sogar recht angenehm … Was ich [Herzogin von Guermantes] jetzt sagen werde, gehört sich eigentlich nicht«, bemerkte sie, »aber er hat ein Zimmer und besonders ein Bett, in dem man schlafen möchte – ohne ihn!
(…)
»Er ist ein hübscher Bursche, glaube ich?« fragte sie [Prinzessin von Parma].
»Nein, denn er sieht wie ein Tapir aus. Seine Augen sind etwa die einer Königin Hortense, wie man sie auf Lampenschirmen sieht. Aber wahrscheinlich hat er es für einen Mann doch etwas lächerlich gefunden, diese Ähnlichkeit zu pflegen, und so verliert sie sich bereits in seinen enkaustischen Wangen, mit denen er wie ein Mameluck ausschaut. Man hat das Gefühl, sie werden jeden Morgen frisch gewichst.« (3.728f)