Proust (159)

von Bert

Der Baron bringt Marcel mit der Kutsche nach Hause, mal plaudert auch über die Fürsrtin von Guermantes (nicht zu verwechseln mit der Herzogin!). Marcel würde gerne deren Gärten sehen. »Man müßte eingeladen sein und niemand wird eingealden, außer ich befürworte es« (3.792) ist die klare Antwort des Barons. Zwei Monate später erhält Marcel eine Einladung der Fürstin. Zwar ist der »Fürstentitel dem eines Herzogs nicht überlegen« (3.795), dennoch besticht der Salon der Fürstin durch »seine Exklusivität, die sich zum Teil aus der königlichen Geburt der Fürstin erklärte, vor allem aber auf dem fast fossilen Rigorismus der aristokratischen Vorurteile« (3.799). Marcel ist unsicher, ob die Einladung ernst gemeint wird und wartet auf der Treppe auf Herzog oder Herzogin, um sie fragen zu können. „Dieses Warten auf der Treppe aber sollte für mich so bedeutende Folgen haben und mir eine freilich nicht mehr turnersche, wohl aber eine sittlich-moralische Landschaft … eröffnen« (3.803f) – aber das ist dann Gegenstand vom nächsten Band.

Meine Rolle ist beendet, mein Herr; ich füge nur noch ein paar Worte hinzu. Ein anderer wird Ihnen vielleicht eines Tages Sympathie anbieten, wie ich es getan habe. Möge das gegenwärtige Beispiel Ihnen als Lehre dienen. Gehen Sie nicht daran vorbei. Eine Sympathie ist immer eine Kostbarkeit. Was man allein im Leben nicht vollbringt, weil es Dinge gibt, die man aus sich selbst werder ersterben noch tun, noch wollen, noch erlernen kann, vermag man zu mehreren, ohne daß man deswegen dreizehn sein muß wie in dem Roman von Balzac, noch vier wie in den Drei Musketieren. Adieu. (3.792f)