Erinnerung

von Bert

Als Zivildienstleistender habe ich in einem Krankenhaus (Krebsstation) gearbeitet, später dann noch in Altersheimen. Da gab es Sonntagsvormittags meist so eine unendlich friedliche Stimmung, wenn man mit den Betten durch war, die Morgensuppe ausgeteilt war und jetzt im Dienstzimmer saß und wartete ob jemand läutet bzw. bis das Mittagessen verteilt werden muss und man danach gehen darf. Als wäre da immer die Uhr stehen geblieben. Die Sonne schien, alles war still, friedlich und das Leben in dem Moment schlichtweg schön.

Ging mir heute im Job für einen kurzen Moment so nach langer Zeit mal wieder. Der Flur still, weil die Hälfte in Quaranäne hockt und der Rest im Urlaub oder sonstwo ist, die Kollegin mal nicht am telefonieren oder schnuddeln, ich hatte gerade mein Tagwerk beendet und draußen scheinte die Sonne, die Mandarine schmeckte und ja, ein selten friedlicher, freier Moment machte sich breit, Corona, Wien und die USA Galaxien entfernt.

Hat gut getan.