Proust (167)

von Bert

Endlich findet Marcel Monsieur de Bréauté, der ihn dem Herzog vorstellt. Eine äußerst frostige Angelegenheit. Swann ist auch unter den Gästen, wird aber vom Fürst in Beschlag genommen. Die Ex-Geliebte des Herzogs, Madame d’Arpajon, bekommt einen Schwall Wasser vom Springbrunnen ab, was den Großfürst Wladimir zu einem »Bravo, altes Haus!« (4.89) veranlasst – es wundert, dass er nicht sofort des Salons verwiesen wird. Charlus lässt sich dann doch herab, Marcel zu grüßen, nach wie vor sauer, dass er es ohne sein Zutun in den Salon geschafft hat, was sich beim Baron in »Arroganz des großen Herrn und seine Neigung zu hysterischen Heiterkeitsausbrüchen« (4.90) die sich zur »exzessive(n) Ironie« (ebd.) formen, ausdrückt. Auftritt von Herzogin und Herzog.

Vielleicht wußte Monsieur de Charlus, daß Madame de Gallardon Zweifel über seine Sitten hegte und einmal der Verlockung nicht hatte widerstehen können, eine Anspielung darauf zu machen, und legte nun besonderen Wert darauf, allem die Spitze abzubrechen, was sie etwa bei einer liebenswürdigen Aufnahme ihres Neffen hätte erfinden können, gleichzeitig auch eine eindrucksvolle Kundgebung der Gleichgültigkeit jungen Männern gegenüber zu inszenieren; vielleicht hatte er gefunden, der besagte Adalbert habe die Worte seiner Tante nicht mit hinlänglich respektvoller Miene quittiert; vielleicht auch wollte er in dem Wunsch, später die Beziehung zu einem so angenehmen jungen Cousin etwas weiter voranzutreiben, sich den Vorteil einer Eingangsattacke sichern, so wie jene Souveräne, die, bevor sie eine diplomatische Aktion beginnen, diese durch eine militärische untermauern. (4.83)