Proust (171)

von Bert

Marcel will gerade auf den von (tödlicher) Krankheit gezeichneten Swann zusteuern, da fällt heftig eine Hand auf seine Schulter: Es ist die von Robert Saint-Loup, der für 24 Stunden in der Stadt ist. Er lästert über die Lebensführung seines Onkels (= Charlus) ohne zu wissen, dass dessen Lebenswandel noch schlimmer als angenommen ist. Zudem ist er gerade begeistert von Bordellen – »Nur dort findet man, was einem wie ein Handschuh passt …« (4.141) – und lädt Marcel zu einem Besuch ein – der sehr gerne annimmt. Baron de Charlus wanzt sich derweil wie eine falsche Schlange an Madame de Surigs ran, nur um ihre beiden Söhnen – Arnulphe und Victurnien – kennen lernen zu können.

Ach ja! wenn ich mehr Zeit für Paris hätte, könnte ich so wundervolle Dinge tun! Und hinterher sucht man sich eben eine andere. Denn die Liebe, weißt du, ist weiter nichts als ein Bluff, ich habe meine Meinung da gewaltig geändert. (4.145)