Proust (174)

von Bert

Marcel verabschiedet sich, weil er von den ›Herzogs‹ mit nach Hause genommen wird. Der Herzog plaudert noch etwas mit seinem Bruder (= Baron de Charlus) und tritt unbeabsichtigt ins Fettnäpfchen. Auf der Treppe kommt ihnen Madame d’Orvillers den Gehenden entgegen – kurzes, knackiges Portrait derselben. In der Kutsche fragt Oriane, wem sie Marcel noch vorstellen soll. Der wünscht sich die Baronin Putbus, was Oriane brüsk abweist – weiß sie doch auch nicht, dass Marcel vielmehr an deren Kammerzofe interessiert ist, da Robert ihm berichtete, dass diese ›zu haben‹ sei.

»Oh! du bist immer ein Original gewesen, von dir kann man sagen, daß du nie dieselben Neigungen wie alle anderen gehabt hast …« Doch kaum hatte der Herzog diese Worte gesagt, als er, wie man sagt, rot anlief, denn er kannte, wenn auch nicht die Sitten, so doch den Ruf seines Bruders sehr wohl. Da er darüber niemals mit ihm sprach, war es ihm um so peinlicher, etwas gesagt zu haben, was sich möglicherweise darauf beziehen könne, und noch mehr, daß es so ausgesehen hatte, als ob es ihm peinlich sei. Nach kurzem Schweigen fuhr er, um den Eindruck seiner letzten Worte zu verwischen, fort: »Wer weiß, du warst vielleicht in eine Chinesin verliebt, …« (4.177)