Proust (175)

von Bert

Marcel eilt nach Hause, wo er Albertine auf sich warten wähnt. Die ist aber gar nicht da. Blanke Enttäuschung. Über Eigenheiten von Françoise. Banges, nervöses, anstrengendes Warten, ob Albertine doch noch kommt. Sie meldet sich per Telefon, ergeht sich in Ausflüchte, Marcel droht so lange, bis sie sich von der Freundin aufmacht. Marcel glaubt ihr so gut wie kein Wort:

»An jenem Abend durchlief mich diese Gewißheit nur wie ein leiser Schauer, in dem jedoch schon die Ahnung langer Leiden mitschwang.« (4.300) Wie recht er mit der Ahnung hat!»Dann sind Sie mir eben sonst böse; es ist ärgerlich, daß es heute abend zu spät ist, sonst wäre ich noch zu Ihnen gekommen, aber ich werde morgen oder übermorgen kommen und mich bei Ihnen entschuldigen.« – »O nein, Albertine, ich bitte Sie, jetzt habe ich schon diesen Abend durch Sie verloren, lassen Sie mich wenigstens die nächsten Tage in Ruhe. Vor vierzehn Tagen oder drei Wochen bin ich nicht wieder frei. Hören Sie, wenn es Ihnen unangenehm ist, daß wir uns über einem solchen unerquicklichen Eindruck trennen – und im Grunde haben Sie vielleicht recht –, dann ist es mir doch lieber, Müdigkeit hin, Müdigkeit her, da ich nun schon bis jetzt gewartet habe und Sie noch unterwegs sind, wenn Sie gleich zu mir kommen. Ich trinke dann eben eine Tasse Kaffee, um mich wachzuhalten.« – »Wäre es nicht möglich, daß wir es auf morgen verschieben? Die Schwierigkeit ist nämlich die …« (4.198f)