Proust (176)

von Bert

Françoise meldet Albertine, für die sie nur Verachtung übrighat, was sie Marcel auch wissen lässt. Der ›schießt‹ zurück. Es kommt zu »Küssen und Zärtlichkeiten« (4.206). Er trifft sie danach eine Zeitlange nicht mehr. Keller, der Übersetzter und Kommentator, schreibt in Fußnote 1 zu Seite 201 – ja, heute ist Sonntag, ich mache es mir mal einfach: »Mit einer Betrachtung über die verschiedenen Pariser Salons beschließt Proust auf den folgenden Seiten … jenen Romanteil, der den gesellschaftlichen Aufstieg des Protagonisten nachzeichnet.« (4.819) Der Salon von Odette Swann hat enormen Aufschwung genommen und läuft fast dem der Herzogin von Guermantes den Rang ab.

»Sie [gemeint ist Françoise] sind eine ausgezeichnete Person«, sagte ich mit honigsüßer Stimme, »Sie sind sehr nett, Sie haben viele gute Eigenschaften, aber Sie haben nichts dazugelernt, seit Sie in Paris angekommen sind, sowohl, was Toilettenfragen anbetrifft, als auch in der Aussprache der Wörter und hinsichtlich all der Schnitzer, die Sie machen.« Dieser Vorwurf war ganz besonders einfältig, denn die französischen Wörter, auf deren exakte Aussprache wir so stolz sind, sind in sich selbst nichts weiter als »Schnitzer« aus dem Mund von Galliern, die das Lateinische oder Germanische schlecht aussprachen, denn wahrhaftig besteht unsere Sprache nur aus fehlerhaft ausgesprochenen anderen Sprachen. (4.204)