Proust (177)

von Bert

Die zweite Ankunft in Balbec ist überschrieben mit »Arrhythmien des Herzens« (4.224). Der Hoteldirektor empfängt Marcel, der Vorsitzende der Anwaltskammer ist tot, der Gerichtspräsident befördert (vgl. Nr. 72, 74). Auch die Verdurins (vgl. u.a. Nr. 21-31) mit ihrem kleinen Kreis sind in der Gegend. Sie haben das Schloss La Raspelière von den Cambremers gemietet (vgl. Nr. 34, 104). Und auch die Baronin Putbus mit (!) der Kammerfrau (vgl. Nr. 173) hat ihr Kommen angekündigt. Man sieht an dem »vgl.«: Proust führt sein Personal zusammen.

Je mehr neue Sprachen er [der Hoteldirektor] lernte, desto schlechter sprach er die früheren. Er teilte mir mit, er habe mich ganz oben im Hotel untergebracht. »Ich hoffe«, sagte er, »daß Sie darin keinen Mangel an Unhöflichkeit sehen; es war mir unangenehm, Ihnen ein Zimmer zu geben, dessen Sie unwürdig sind, aber ich habe es betreffs des Lärms getan, weil Sie so niemand über sich haben und Ihre Ohrtrompete« (er meinte das Trommelfell) »schonen. Aber Sie können beruhigt sein, ich lasse die Fenster schließen, damit die Flügel nicht klappern, denn darin bin ich unerträglich« (welche Worte zwar nicht zum Ausdruck brachten, was er meinte, nämlich daß er in diesem Punkt unerbittlich sei, wohl aber vielleicht die Ansicht der Etagendiener). Die Zimmer waren im übrigen dieselben wie bei meinem ersten Aufenthalt. Sie lagen keineswegs tiefer, doch war ich in der Achtung des Direktors gestiegen. Ich könne mir Feuer machen lassen, meinte er, wenn ich wolle (denn auf ärztliche Anordnung war ich schon zu Ostern gereist), doch er fürchte, daß die Decke vielleicht »reparabel« sei. »Vor allem warten Sie immer mit dem Auflegen neuer Scheite, bis die alten entbrannt sind« (statt verbrannt). »Es ist nämlich wichtig, daß der Kamin nicht zu glühen anfängt, zumal ich, um das Zimmer freundlicher zu gestalten, eine alte chinesische Passepartoutvase« (Potpourrivase) »daraufgestellt habe, die entzweigehen könnte.« (4.225)