Proust (180)

von Bert

Auch der Hoteldirektor berichtet, wie schlecht es der Großmutter beim letzten Besuch gegangen sei. Auf Wunsch der Mutter legt er sich an den Strand und träumt wieder von der Großmutter. Langsam fängt er sich und trifft Albertine, die furchtbar schlecht gelaunt, weil ihr langweilig ist. Prousts Ansicht eines Frühlingtages.

[Ende Teil II, Erstes Kapitel]

Unter so viel Azurbläue brachte ein leichter, aber kühler Wind die sich rötenden Blütensträußchen [der Apfelbäume] leise zum Erschauern. Blaumeisen setzten sich auf die Zweige und hüpften zwischen den Blüten hin und her, die so nachgiebig stillhielten, als habe ein Liebhaber exotischer Dinge und Farben diese lebendige Schönheit künstlich hergestellt. Diese aber rührte gerade deshalb zu Tränen, weil sie, so weit sie in ihren Effekten raffinierter Kunstfertigkeit ging, dennoch spüren ließ, daß sie natürlich war, daß diese Apfelbäume dort auf freiem Feld wie Bauern auf einer großen französischen Landstraße standen. Dann folgten auf die Strahlen der Sonne plötzlich Regenstreifen; sie schraffierten den ganzen Horizont und woben die Reihe der Apfelbäume in ihr graues Netzwerk ein. Diese aber trugen weiter blühende, rosige Schönheit zur Schau in dem eisig gewordenen Wind und unter dem Platzregen, der herniederrauschte; es war ein Frühlingstag.