Proust (184)

von Bert

Um Marcel einzuladen, hat sich Madame de Cambremer mit ihrer Schwiegertochter – Madame Elodie de Cambremer-Legrandin – zu ihm an den Strand begeben, wo er gerade mit Albertine ist. Mehr oder weniger fundierte Gespräche über bildende Künstler wie Monet, Elstir, Poussin, Degas, Vermeer, Manet und Komponisten wie Mozart, Wagner, Chopin und Debussy. Als Madame de Cambremer – die »einzige noch lebende Schülerin Chopins« (4.315) – erfährt, das Marcel Chopin mag, tickt sie etwas aus: »Ich verstehe«, so sie zu Marcel, »daß Sie als Kü-hünstler so etwas lieben müssen. Es ist soo schön!« (4.320)

»Ah! Sie sind in Holland gewesen, kennen Sie die Vermeers?« fragte Madame de Cambremer in strengem Ton, ganz, wie sie gefragt haben würde: »Kennen Sie die Guermantes?« Denn der Snobismus wechselt zwar seinen Gegenstand, nicht aber den Ton. Albertine verneinte: Sie glaubte, es handle sich um irgendwelche lebenden Menschen. Doch es fiel nicht weiter auf. (4.316)