Proust (191)

von Bert

Über die vermögende Fürstin Scherbatow, die »Mustergetreue« (4.407) des kleinen Kreises um Madame Verdurin. Die Gäste sind nach wie vor in der Lokalbahn unterwegs zu ihr. »Das Ereignis des Tages im Klübchen war die Tatsache, daß Madame Verdurin von ihrem Lieblingsgeiger ›versetzt‹ worden war« (4.418) der seinen Militärdienst in der Nähe von Doncière ableistet. (Und wer erinnert sich jetzt nicht an Nr. 189?) Man erwartet auch den Marquis und die Marquise von Cambremer – die Vermieter von La Raspelière, wo Madame Verdurin derzeit wohnt – zum Diner. Kurz: Die kleine Schar ist aufgeregt was Doktor Cottard an Marcel gewandt zusammenfasst: »Sie müssen zugeben, daß es bei uns hoch hergeht.« (4.418)

Vergebens pflegte ihnen [ihren Gästen] Madame Verdurin zu sagen wie jene römische Kaiserin, sie sei der einzige General, dem ihre Legionen zu folgen hätten, oder wie Christus oder der Kaiser, daß wer nicht Vater und Mutter ebenso liebte wie sie selber und diese verlasse, um ihr nachzufolgen, ihrer nicht würdig sei, und daß man, statt sich durch Bettruhe zu schwächen oder sich von einem Straßenmädchen prellen zu lassen, besser daran tue, bei ihr zu bleiben, dem einzigen Heil, der einzigen Wonne. (4.408)