Reaktion(en)

von Bert

Einzelgespräch beim Therapeuten. Auf seinen Wunsch hin, gilt es doch die Schlussphase der Therapie zu gestalten. Der Mann (= Psychodoc) – ich kann es nur wiederholen – ist richtig gut und fasst in wenigen Sätzen das zusammen, was ich erreicht habe. Mit was ich durch den Missbrauch noch zu kämpfen habe, wie sich das konkret heute auswirkt, wie ich dagegensteuere und was noch offen ist. Wenn ich mir das so anschaue, dann ist das eine richtig gute Bilanz, auch wenn mir klar ist, dass da noch Arbeit ansteht.

Kurz vor Ende des Gesprächs kommen wir auf die Reha zu sprechen, meine Unlust derzeit darauf, der wichtige Termin in der Mediations-Ausbildung, der mit einer möglichen Reha über Weihnachten wohl kollidieren würde … kurz: Nach wenigen Minuten habe ich die Freiheit im Kopf zu sagen: Jetzt gerade ist eine Reha nicht gut bzw. angesagt, ich möchte sie frühestens nach der Medations-Ausbildungs-Blockwoche Anfang Februar angehen.

Ich fahre nach dem Termin wieder zurück in den Job und kämpfe seither mit brüllenden Kopfschmerzen dass ich zeitweise kotzen könnte, gähne, als wäre ich 52 Stunden wach gewesen, friere und zittere wie ein Schneider (bei hochgefahrenen Heizungen) und bin innerlich fast schon überpräsent, dass ich noch mit meinem Mann seine Lehrvideos schneide, ohne auch nur einmal (!!!) genervt zu sein.

Brief an die Klinik sogar mit meinem Mann besprochen, ausgedruckt, adressiert und frankiert. Briefkasten findet sich mehrfach morgen auf dem Weg zum Job.

So langsam beginne ich dem Missbrauch den Stinkefinger zu zeigen!