Proust (195)

von Bert

Weitere unvorteilhafte Beschreibung von Monsieur de Cambremer – er wirkt auf manche »wie ein Riechsalzflakon« (4.460) – und ebensolche für seine Frau. Sie freut sich, endlich Baron Charlus vorgestellt zu werden der – komplizierte Gründe – sie bisher immer mied wie der Teufel das Weihwasser. Man geht zu Tisch. Davor Diskussionen, wer wen führt, wer wem den Vortritt zu lassen hat sowie wer neben wem sitzt. Der Baron kommt neben Cottard zu sitzen. Der möchte höflich sein und Kontakt mit dem Baron aufnehmen, was dieser aber als Anmache registriert, da er Cottard unterstellt, ebenfalls homosexuell zu sein. Über die Eitelkeiten von Homosexuellen wenn sie auf andere treffen.

Ich hatte Mühe, das Schmelzende und Liebliche [von Madame de Cambremer], das ich neulich zur Zeit des Nachmittagstees neben mir auf der Terrasse von Balbec vorgefunden hatte, in dem normannischen Trockenkeks wiederzuerkennen, der jetzt hart wie ein Kiesel vor mir stand und an dem die Getreuen sich die Zähne ausbeißen würden. (4.462f)