Proust (201)

von Bert

BAND IV: SODOM UND GOMORRHA – 2. Teil – Drittes Kapitel

Marcel fällt vor Müdigkeit fast um, als er im Hotel ankommt. Der Ersatz-Liftboy kaut ihm aber dennoch fast ein Ohr ab. Betrachtungen des bekanntermaßen von Schlafstörungen heimgesuchten Autoren über das Bewusstsein im Schlaf und im Traum. Gespräch mit der Mutter am nächsten Morgen über den vergangenen Abend. Da darf die Beschreibung einer »Chinchillatoque mit seidenem Musselinschleier von Callot« (4.566) nicht fehlen.

Man erwacht dann aus solchem Tiefschlaf jeweils in einem Morgengrauen, ohne zu wissen, wer man ist, da man ja niemand ist, vielmehr neu und zu allem bereit, denn das Gehirn ist entleert von jener Vergangenheit, die das dahinter zurückliegende Leben war. Schöner ist es vielleicht noch, wenn die Landung im Erwachen sich ganz schnell vollzieht und unsere Schlafgedanken, unter einem Mantel von Vergessen dem Zugriff entzogen, keine Zeit gehabt haben, schrittweise wiederzukehren, bevor der Schlaf zu Ende war. Dann gehen wir aus dem schwarzen Unwetter, das wir durchschritten zu haben meinen (aber wir sagen nicht einmal »wir«), liegend, leer von Gedanken hervor: ein »wir«, das ganz ohne Inhalt wäre. (4.558f)