Proust (202)

von Bert

Baron de Charlus taucht mit einem »Diener einer Cousine der Cambremers« (4.568) im Speisesaal auf. Die Gäste kapieren nicht, wen er dabei hat, die Dienerschaft schon. Der Oberkellner Aimé plaudert immer öfters mit Marcel und erzählt, dass er letztes Jahr vom Baron einen eigenartigen Brief erhalten hätte, als der ein Buch (vgl. Nr. 82) nicht überbringen kann. Typisch Baron beschwert er sich heftig – und will doch nichts anderes als nähere und allernächste Bekanntschaft. Derweil: »Alle Tage machte ich Ausflüge mit Albertine.« (4.579) Um schneller von A nach B zu kommen, gibt es für Albertine nicht nur Toque (siehe gestern) und Schleier, sondern auch ein damals noch seltenes Automobil!

»Auf meine Bitte, Sie möchten für mich ein Buch überbringen, haben Sie sagen lassen, daß Sie Ausgang hätten. Heute morgen aber, als ich Sie ersuchen ließ, an meinen Wagen zu kommen, haben Sie mich, wenn ich ohne Blasphemie mich so ausdrücken darf, zum dritten Mal verleugnet. Sie werden mich entschuldigen, wenn ich in diesen Briefumschlag nicht die hohen Trinkgelder lege, die ich Ihnen in Balbec zugedacht hatte und bei denen es bewenden zu lassen mir zu schmerzlich gewesen wäre im Hinblick auf jemanden, mit dem ich einen Augenblick geglaubt hatte alles teilen zu dürfen. Höchstens könnten Sie mir noch ersparen, bei Ihnen in Ihrem Restaurant einen vierten nutzlosen Versuch zu machen, den meine Geduld nicht mehr ertragen würde.« (Hier gab Monsieur de Charlus seine Adresse an sowie die Stunden, zu denen man ihn antreffen könne, und so weiter). (4.576f)