Proust (203)

von Bert

Ausflüge mit dem Automobil, auch an einem Montagnachmittag zu Madame Verdurin, die so gerne mitfahren würde, was Marcel aber rundweg ablehnt. Wie Madame Verdurin so ihre Tage verbringt. Auch Baron de Charlus und Morel habe die Vorzüge des Automobils für sich entdeckt und machen ebenfalls Spazierfahrten. Schilderung eines Mittagessens der beiden, bei dem sich Morel rühmt, alle Lesben und Stricher auf einen Blick zu erkennen. Er gibt danut an »ein ganz reines junges Mädchen zu finden, sie in mich verliebt zu machen und ihr die Jungfernschaft zu rauben« (4.599) – und dann abzuhauen.

»Fragen Sie den Ober, ob er Bon chrétien hat.« – »Bon chrétien? Ich verstehe nicht.« – »Sie sehen ja, daß wir bei den Früchten angekommen sind, es ist eine Birnensorte. Sie können sicher sein, daß Madame de Cambremer sie hat, denn die Gräfin von Escarbagnas, die sie ist, hat sie immer gehabt. Monsieur Thibaudier schicke sie ihr, und dann meint sie: ›Wie trefflich schön, Monsieur, ist diese Bon chrétien.‹« – »Nein, das wußte ich nicht.« – »Ich sehe im übrigen, daß Sie gar nichts wissen. Sie haben nicht einmal Molière gelesen … Nun gut, da Sie sich wahrscheinlich ebensowenig darauf verstehen zu bestellen wie auf alles übrige, verlangen Sie ganz einfach eine Birne, die zur Zeit ganz in der Nähe geerntet wird, die Gute Luise von Avranches.« – »Die …?« – »Warten Sie, da Sie so ungeschickt sind, werde ich selbst nach anderen fragen, die mir lieber sind. Ober, haben Sie die Doyenné des Comices? Charlie [gemeint ist Morel], Sie sollten die bezaubernde Stelle lesen, die die Herzogin Émilie de Clermont-Tonnerre über diese Birne geschrieben hat.« – »Nein, Monsieur, die haben wir nicht.« – »Haben Sie Triomphe de Jodoigne?« – »Nein, Monsieur.« – »Oder Virginie Dallet oder Passe Colmar? Auch nicht? Gut, wenn Sie nichts haben, dann brechen wir eben auf. Die Duchesse d’Angoulême ist noch nicht reif; auf, Charlie, gehen wir.« (4.603)