„Der Herr Doktor“

von Bert

A. verliert mit dem heutigen Tag seinen jetztigen Spitznamen und fimiert nun als „der Herr Doktor“. Das ist er nämlich mit heute, denn da flatterte die Aprobation in seinen Briefkasten. OK, das mit dem „Dr.“ braucht jetzt noch ein paar Wochen oder so, aber das kommt auch noch. In meiner Ursprungsfamilie hieß jeder Arzt, mit oder ohne Promotion, „der Herr Doktor“ – Respektsperson sondersgleichen.

Irgendwie muss deswegen noch eine rauschende Party her! Aber so eine, nach der man nicht mehr so richtig weiß, wie sie geendet hat, aber alle ganz viele Geschichten erzählen können.

Mit dem ‚Stolz‘ hab‘ ich ja so meine Probleme und weiß auch nicht, ob ich auf A. stolz sein kann, dass er es geschafft hat, ist ja definitiv seine Leistung. Aber es fühlt sich halt wie Stolz an, denn von der ersten Idee bis jetzt zur Aprobation hab‘ ich / haben wir ihn begleitet. Das hätte auch schief gehen können und vielleicht hätte ich mir dann Vorwürfe gemacht, denn so ganz unschuldig bin ich beim Initial nicht gewesen.

Und der Weg, den A. nehmen musste, war echt weit, weil er erst noch das Abitur nachholen musste, nebenberuflich in der Abendschule, was an sich schon eine Leistung ist – und dann noch mit einem Streber-Abschlus von eins komma sonstwas. Dann aus Gründen, die ich gerade nicht mehr auf der Pfann habe, erst ein anderes Studium, was nicht passte, zudem eine familiäre Tragödie, noch ein Umzug und neue Uni …

Er kann stolz auf sich sein – und ich auf uns, dass wir uns kennen.